Glossar

Begriffe aus der Schausteller-Branche

Automobil-Karussell

Als Automobil-Karussell wurde die Rundfahrgeschäfte um 1900 genannt, die anstelle der venezianischen Gondeln, mit automobilartigen Fahrgastgondeln ausgestattet waren. Anfangs erinnerten nur die Räder an ein Automobil.  Zu diesem Zeitpunkt waren die Karussells noch hauptsächlich für Erwachsene Fahrgäste gedacht. Erst in den 1920er Jahren baute Bothmann spezielle Karussells mit einfachen Automobilen für Kinder.

Balg

(Schausteller-Umgangssprache): Stoffliche Korbmarkise, die während der Fahrt über die Fahrgastgondeln des Karussells Raupe gestülpt wird. In den 1950/60er Jahren bei jungen Leuten sehr beliebt, weil die Dauer des geschlossenen Balgs während der Karussellfahrt oft für den ersten Kuss reichte. Das Aussehen einer kriechenden Raupe wurde namengebend für das Karussell Raupe.

Bänkelsänger

Bänkelsänger sind als Vorläufer der heutigen Medien zu bezeichnen. Sie wanderten bereits im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert von Jahrmarkt zu Jahrmarkt und verkündeten singend die neuesten Nachrichten zum Zeitgeschehen. Sie sangen auch Balladen und Moritaten.
Sie stillten die Neugier und Sensationslust der Bevölkerung mit Schauergeschichten über Verbrechen, Familientragödien und sonstige Katastrophen. Dazu zeichneten Moritatenmaler Karikaturen und Werbetafeln und verkauften Druckschriften oder Bilderbögen zum Nach- und Vorlesen. Auch die ersten Bücher wurden auf den großen Jahrmärkten vertrieben.

Barbiere oder Quacksalber

Barbiere oder Quacksalber zogen mit Pferd und Wagen von Ort zu Ort. Pünktlich zum Jahrmarktsbeginn kamen sie zur großen Freude des Volkes in die größeren Städte.
Sie schnitten die Haare und rasierten die Männer, zogen Zähne und behandelten große und kleine Wehwehchen der Menschen. Außerdem verkauften sie Wunderheilmittel in Form von Pulvern und Salben und stellten manchmal auch Abnormitäten zur Schau.