Schaustellerbranche im Spiegel der Tagespresse

Nicht immer spiegeln die Berichte in der Presse die Realität der Schausteller, ihr Leben, ihre Arbeit oder ihre Sorgen um den Erhalt des Kulturgut Volksfest wider. Aber es gibt auch viele seriöse Berichterstattungen über die Schaustellerbranche, die außerordentlich wichtig sind. Insbesondere die Zeitungsartikel, die aus der Zeit vor der Wende zur Wiedervereinigung Deutschlands, aus der ehemaligen DDR überliefert sind. Sie vermitteln das authentische Leben, Arbeiten und Reisen der Schaustellerfamilien in der DDR.
Die Zeitungsartikel liegen im Original vor und wurden von Margit Ramus abgeschrieben und teilweise kommentiert.

1962 Köln Kein Platz für Schausteller?

Protest gegen Rat und Verwaltung „Wir möchten auch einmal Weihnachten ohne Sorgen feiern können!“ Das war der allgemeine Wunsch der Kölner Schausteller, die sich auf der Protestversammlung in der Ehrenfelder Gaststätte Glasz über Benachteiligungen durch Rat und Verwaltung der Stadt beklagten. Es geht nämlich darum, ob die Schausteller von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch auf dem Sassenhof […] Mehr lesen →

1962 Köln Von der Stadt die Schau gestohlen

Noch weniger Platz für Buden und Karussells Sein Gesicht ist krebsrot. Seine Adern schwellen beängstigend an. Zornig ruft er in den Saal: „Wir sind keine Wännläpper. Wir sind ehrliche Steuerzahler. Wir gehören zur Elite der Bürger.“ Noch ehe der kleine, stämmige Mann mit dem pechschwarzen Schnurrbart Luft geholt hat, um weiterzusprechen, prasselt der Beifall wie […] Mehr lesen →

1968 Köln Die Achterbahn macht siebzig Sachen

Walter Schallies beschreibt 1968 im Kölner Stadt Anzeiger das Kulturgut Volksfest als „Spiegel der Gesellschaft“. Er gibt eine authentische Definition des Schaustellergewerbes und erkannte schon damals, dass die Schausteller die Ideen zu Innovationen geliefert haben und trotzdem die Tradition pflegten. Sie, die Schausteller hätten gemeinsam mit den bewährten Herstellern die Entwicklung der Fahrgeschäfte und anderen […] Mehr lesen →