Motivation zur Archiv-Gründung

Die Idee und Motivation zur Gründung eines deutschen, digitalen Schausteller-Archivs schlummerte schon viele Jahre in meinem Kopf, genaugenommen seit dem Beginn der Recherche zu meiner Doktorarbeit.
Schon damals hätte ich es begrüßt ein wissenschaftliches Nachschlagewerk für das Kulturgut Volksfest, zu haben. Ähnlich dem Vorbild des englischen National Fairground Archive der Universität von Sheffield, welches von Frau Prof. Vanessa Toulmin geleitet wird. Dort sind englische Schaustellergeschäfte, Wohnwagen, Familienchroniken u.v.a. katalogisiert.
Dies sollte auch in Deutschland möglich sein!
Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Eine Enzyklopädie als wissenschaftliches Nachschlagewerk für das Kulturgut Volksfest, sowie ein digitales Archiv, in dem Dokumente, Bauzeichnungen, Bildmaterial, eine Literaturübersicht und Sonstiges zum Thema archiviert sind, zu gründen.
Es ist an der Zeit und es wird auch für weitere Forschungen über das Brauchtum Volksfest hilfreich sein.

Frau Prof. Dr. Hiltrud Kier vom Kunsthistorischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ermutigte und bestärkte mich, diese gewaltige Aufgabe zu beginnen.
Frau Prof. Kier begründet die Einrichtung eines digitalen, wissenschaftlich fundierten Archivs zum Thema Kulturgut Volksfest, mit der Notwendigkeit, die vorhandenen Bestände zusammenzufassen und für die nächsten Generationen langfristig zu sichern und zu bewahren. Außerdem würden drei Kriterien erfüllt werden:

  1. Die Förderung von Wissenschaft und Forschung;
  2. Die Förderung von Kunst und Kultur;
  3. Die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde.

Dieses Archiv wird auch einen erneuten Antrag zur Anerkennung des Kulturguts Volksfest als Immaterielles Kulturgut bei der UNESCO unterstützen. Denn es wird nicht das Werk einer einzelnen Person sein, sondern ein Archiv für und von allen Schausteller und Reisenden, denen das Kulturgut Volksfest am Herzen liegt.

Es macht mich stolz, dass das Archiv unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Dr. Hiltrud Kier und den Dachorganisationen der Deutschen Schausteller (DSB und BSM) steht.
Langfristig werden hoffentlich viele Einrichtungen wie z.B. das Markt- und Schausteller-Museum Essen e.V. sowie private Sammler das digitale Kulturgut-Volksfest-Archiv mit vielen Archivalien unterstützen.

In diesem Sinne hoffe ich, auf einen erfolgreichen Start der wissenschaftlichen Enzyklopädie und des ersten deutschen, digitalen Schausteller-Archivs!

Dr. Margit Ramus