Glossar

Begriffe aus der Schausteller-Branche

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Krone

(Schausteller-Umgangssprache): Bei verschiedenen Karusselltypen wurde anstelle der stoffliche Deckenverkleidung der Kinderkarussells Lichtleisten als Dekoration unter den Dachstuhl gehängt.

Laterna Magica

Die Laterna Magica, eine Art von  Zauberlaterne, die aus einem Gehäuse bestand, in dessen Inneren eine Lichtquelle durch einen Hohlspiegel an der Rückwand verstärkt, die Strahlen parallel nach vorne warf. An der Vorderseite wurde ein Rohr angebracht, in dem zwei konvexe Linsen senkrecht befestigt wurden. Hinter dem gemeinsamen Brennpunkt dieser beiden Linsen schob man das […] Mehr lesen →

Lichtgitter

(Schausteller-Umgangssprache): Kunsthistorisch zu vergleichen mit den Archivolten. Die Lichtgitter als dekoratives Verbindungselement der umlaufenden Stützen eines Fahrgeschäftes.

Lionel

Lionel der Löwenmensch war am 26.12.1890 mit bürgerlichem Name, Stefan Bibrowski in Wilezagora im damaligen Russisch-Polen als Kind normaler Eltern zur Welt geboren.   Der Schauunternehmer Sedlmayer aus Württemberg hörte von dem Kind mit einer ungewöhnlich starken Körperbehaarung und übernahm dessen Betreuung. Zunächst sorgte er dafür, dass der Knabe in einem Dorf bei Aachen die Schule besuchen […] Mehr lesen →

Luftgebläse

Wird oft in die Fassaden der Belustigungsgeschäfte als Spaßfaktor im Boden des Parcours eingelassen. Beim Betreten eines Gitterrostes strömt von unten Luft nach oben. In den 1950er Jahren einer der Höhepunkte auf dem Volksfestplatz, wenn die Röcke der Damen in die Höhe flogen.

Marktrecht

Könige und Herren, Bischöfe und Klöster waren Träger des Marktrechts. Die Marktgründungen, die mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ab 900 einhergingen, sind durch Königsurkunden belegt, in denen die Marktrechte verliehen wurden. Mit dem Privileg, das die Abhaltung von Märkten erlaubte, wurden Marktbesucher und Marktort unter königlichen Schutz gestellt (Marktfrieden). Mit dem Aufkommen städtischer Selbstverwaltung ab Ende des 10. Jahrhunderts ging das Marktwesen von den Grund- und Stadtherren auf die Gemeinde über. Die Kaufleute, auch die nicht sesshaften, übten eine eigene genossenschaftliche Gerichtsbarkeit aus, meist beschränkt auf Fragen, die den Handel oder die Lebensmittel betrafen. Zum Ausbau des Marktrechts trug die Gründung von Markt- und Messegerichten mit eigener Prozessordnung für Schnellverfahren bei. Die Einnahmen aus Standgeldern, Gebühren, Steuern und Zöllen waren eine wesentliche Einnahmequelle der Städte. Ein großer Marktplatz oder eine Messe konnte nicht von den heimischen Kaufleuten leben. Beschränkungen wurden außer Kraft gesetzt und Händler aus der ganzen Welt zum Waren- und Informationsaustausch zugelassen. Das Marktrecht bildete vielfach den Ausgangspunkt für Stadtrecht und moderne Stadtentwicklungsplanung.

Moritatenmaler

Moritatenmaler zogen von Jahrmarkt zu Jahrmarkt und zeichneten auf großen Plakaten Karikaturen und Werbetafeln. Sie verkauften Druckschriften oder Bilderbögen zum Nach- und Vorlesen. Auch die ersten Bücher wurden auf den großen Jahrmärkten vertrieben. Sie traten oft gemeinsam mit Bänkelsänger oft, für die sie die Plakate malten.

Neuheit

(Schausteller-Umgangssprache): Die Interpretation von Neuheit bezieht sich auf eine neue Konstruktion, in der Regel die eines Fahr- oder Belustigungsgeschäfts.