Schaustellergeschäfte A - Z

Achterbahn Jet Star 1

Jet Star 1 auch Euro Jet genannt von Josef Schoeneseifen © Sammlung Schoeneseifen
Name(n) des Geschäftes Jet Star 1
Name der Baureihe Jet Star
Typologische Bauaufgabe Hochgeschäft
Bauform Skelettbau
Baujahr 1967
Hersteller
Konstruktion

Anton Schwarzkopf
Werner Stengel

Bauherr / Inhaber  
Baugeschichte

Schon während der seriellen Produktion des „Wild Cat“ kam Anton Schwarzkopf die Idee eines neuen Achterbahntyps, der einer Bobbahn im Eiskanal nachempfunden werden sollte. Schwarzkopf wollte die Fahrgastsitze als schmale Bobschlitten für je zwei hintereinander sitzende Personen konstruieren. Außerdem sollten alle Täler und Kurven im gleichen rasanten Tempo durchfahren werden.
Dafür wurden hochkomplizierte Berechnungen ausgeführt, die zu einem weltweit einmaligen Ergebnis im Achterbahnbau führten. 
Den ersten „Jet Start“ übernahm der österreichische Schausteller Steindl. Seine Premiere als „Cortina Bobbahn“ fand 1967 im Wiener Prater statt.

Baubeschreibung

Das Grundmaß der 66 t schweren Anlage betrug 44 x 22 Meter Frontlänge mit einer Fahrstrecke von 538 Metern. Mit 55 Stundenkilometern rasten die Bobs durch die 68° steilen Kurven und brachen alle bisher dagewesenen Rekorde. Die 538 m lange Strecke erstreckte sich über eine Grundfläche von 27 m × 44 m und erreichte eine Höhe von 13,5 m.
Ursprünglich konnten maximal zehn Fahrzeuge eingesetzt werden, dies wurde aber später auf maximal acht Fahrzeuge reduziert, in denen jeweils vier Personen hintereinander Platz nehmen können. Die Wagen wurden durch einen Kettenlifthill in die Höhe transportiert. Maximal 800 Personen pro Stunde konnten somit mit Jet Star I fahren. Die gesamte Anlage hatte ein Gewicht von rund 66 t und einen Anschlusswert von 110 kW.

Provenienz

Schwarzkopf soll 15 Anlagen des Jet Star 1 gebaut haben.
Auch die Stuttgarter Schaustellerfamilie Fritz Kinzler bekam 1970 einen Jet Star 1 (Super Bob) von der Firma Schwarzkopf. 1973 erwarb Kinzler eine neue Achterbahn, den Jets Star 3   (Jumbo-Jet) und der Jet Star 1 ging an die Schausteller Familie Häsler. Häsler betrieb den Jet Star bis 1981. 1982 übernahm der damals 26-Jährige Schausteller Hans-Josef Schoeneseifen aus Köln die Achterbahn. Er reiste bis Juni 1985 mit dem Jet Star. Der letzte Platz war  das Deutsch – Amerikanischem Volksfest in Bitburg. 
Noch im gleichen Jahr wurde der Jet Star nach Holland in den Freizeitpark Avonturenpark Hellendoorn verkauft und dort bis 1990 in einer Halle als „Black Hole“ betrieben. Dann wechselte der Jet Star in den Berliner Spreepark und wurde da bis 2001 als „Bobbahn“ betrieben.

Der nächste Standort des Jet Star lag in Peru im Aventura Park Independence (Lima Provence Peru). Danach folgte 2008 die vorerst letzte Station des Jet Stars in den Aventura Park (Callao Peru) dort wurde die Achterbahn bis 2011 betrieben.
Danach wurde der Jet Star für 225.000 $ zum Verkauf angeboten.
Hans Josef Schoeneseifen identifizierte diesen Jet Star im Internet, durch die Bahnhofsgeländer in denen die Olympische Ringe eingearbeitet waren. (Quelle Peru rcdb.com)

 

 

Mit dem Erreichten gab sich Anton Schwarzkopf jedoch nicht zufrieden, schon bald kreisten seine Gedanken um weitere Entwicklungsstufen für diese Baureihe. Er wollte die einzelnen Bobs, statt wie üblich mit Hilfe eines Kettenlifts auf den Turm zu ziehen, mit einem Elektromotor ausstatten. Die Bobs sollten durch eigenen Antrieb über die spiralförmig angelegte Auffahrt zur höchsten Stelle der Achterbahn gelangen. Anschließend dann ohne weitere Stromzufuhr in die Tiefe und in die nächsten Kurven rasen. 1970 war es soweit, die Bobs des Jet Star 2 rasten mit 63 Stundenkilometer ungebremst in die Kurven.
Den Prototyp dieser Baureihe erwarb der Schausteller Walter Rick aus Hannover.

 

 

 

Provenienz

 

© Margit Ramus

Michael Pantenburg https://www.schwarzkopf-coaster.net/

 

Schreiben Sie uns einen Kommentar

Haben Sie ergänzende Informationen? Über sachdienliche Hinweise freuen wir uns.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *