Schausteller

Schausteller oder Schaustellerin kann man nicht werden, man wird als solche(r) geboren und hört es auch nie auf zu sein! Dies ist meine persönliche, völlig wertfreie Philosophie.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen, das Quereinsteiger z.B. durch Heirat ihre Aufgaben in unserem Gewerbe voll und ganz erfüllen. Gerade Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre heirateten Schausteller junge Frauen, die nicht aus Schaustellerfamilien stammten. Heute ist dies wieder eher seltener geworden.

Schausteller, ob Mann oder Frau üben ihren Beruf oder Job nicht aus, sondern werden meist in die Tradition einer Schaustellerfamilie geboren. Sie leben, lieben, leiden und werden einst auf dem letzten Weg von der Familie, von vielen Freunden, Kollegen und Bekannten verabschiedet.

Es ist sehr schwer, die Mentalität der Schausteller und Schaustellerinnen zu beschreiben.
Ziemlich passend hat es Jürgen Werners, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fremdenverkehrsverbandes e.V. Bonn, in seiner Rede anlässlich des 38. Delegiertentag 1987 in Herford getroffen:

„Die Schaustellerfamilien bestehen aus Menschen, die nicht nur alles zu können scheinen, sondern tatsächlich auch alles können, als hätten sie ein Dutzend Berufe mindestens bis zur Meisterprüfung erlernt:
Schausteller sind Handwerker, Ausbilder, Erzieher, Buchhalter, Kaufleute, Spediteure, Verhandlungs- und Verwandlungskünstler, Dekorateure, […] sie sind Köche und Versorgungsmeister, Beherbergungsgeber und Reiseexperten, Familienoberhäupter, Arbeitgeber, Seelsorger und was man sonst so alles noch sein kann.
Einfach bewundernswert.
Sie, die Schausteller, bringen Unmengen von ‚gewusst wie’ mit in eine Stadt, vor allem drei Wesensmerkmale: Flexibilität, Mobilität und Improvisationskunst.“
  (Festschrift Herford 1987. S. 151f)

Ausführliche Informationen finden Sie beim Anklicken von:
Berufsgruppe Schausteller
Schule und Ausbildung
Wohnsituation

© Dr. Margit Ramus