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Raupe Mack

Raupe der Firma Eberhard. © Archiv Opitz

 

Name(n) des Geschäftes Raupe
Typologische Bauaufgabe Fahrgeschäft
Bauform Rundfahrgeschäft
Baujahr 1980/81
Hersteller Mack
Maler  Opitz
Bauherr / Inhaber  Eberhard; Aigner; u.a.

Baugeschichte

Im Jahr 1980 erlebte die Raupe, das Kultkarussell der 1950er und 1960er Jahre eine Renaissance, als Heinrich Mack eine modifizierte Raupenbahn konstruierte. Im Jahre 1925 hatte Fritz Bothmann bereits die ersten Raupen gebaut. Das Aussehen einer kriechenden Raupe wurde namengebend für das Karussell. Dazu schauen Sie auch den Beitrag Raupe Bothmann an.

Baubeschreibung

Die Firma Mack veränderte die Konstruktion indem er die Traglast des Dachstuhls reduzierte und auf eine Säule im Zentrum der Mittelkonstruktion lagerte. Die Säule ragte aus einem langen MIttelbauwagen heraus, an dem die Binder des Dachstuhls eingehängt waren. Mack verzichtete auf das Ringdach zugunsten eines Zeltdaches. Der Dachstuhl wurde außerdem von einem umlaufenden Stützenkranz getragen. Die einzelnen Stützen waren mit sogenannten Lichtgitter verbunden.


 

Mittelbauwagen der Firma Reithofer. © Archiv Mack-Even

.In der Sockelzone war ein über Täler und Höhen geführter Umgang von Panneaux umschlossen und oberhalb von einem Geländer eingefasst. Im Inneren des Baus lud ein geschlossener Chaisenzug zu einer über Berg und Tal führenden Kreisfahrt ein. Während der Fahrt schoss sich eine Korbmarkise — Balg — über den Chaisenzug. Ein breiter Aufgang führte in die Einstiegsebene.

Dekoration

Die dekorative Gestaltung der Schmuckdachkante stellte schon den ersten Bezug zum Namen dieses nostalgischen Karussells her. Sie erinnerte in der Form an den Körper einer Raupe. Auf die Übergänge der einzelnen Schmucktafeln waren senkrecht stehende, freie Nachbildungen kleiner Raupen aufgelegt. Als Pendant dazu zeigten die Wangen der Fahrgastgondeln ebenfalls die Form kleiner Raupen. Die Mittelkonstruktion des Karussells war nicht mit einer transparenten Laube, sondern mit Lichtleisten geschmückt.

Die Dekoration der zweiten Anlage war dagegen völlig anders gestaltet. Die Schmuckdachkante war kulissenartig gebaut und erinnerte an die Dachform einer buddhistischen Tempelanlage. Auch die Bemalung der Plafonds und der Sockelverkleidung thematisierten die asiatische Kunst. An der Raupenform der Fahrgastgondeln war dagegen festgehalten worden.

Provenienz und Verbleib

Die Firma Eberhard betrieb das Karussell von 1981 bis 1996. Sie verkaufte dann an die Firma Schneider aus Bürstadt. 2001 gab es einen erneuten Besitzerwechsel zu der Firma van Elkan aus Marburg. 2006 wurde die Raupe nach Australien verkauft.

Die Firma Aigner betrieb bis 1990 das Karussell. Der weitere Verbleib muss noch recherchiert  werden.

Die Firma Nier aus Kassel betrieb ebenfalls von 1982 bis 1993 eine Raupe der Firma Mack. Familie Nier hatte sich für den Namen Love Train entschieden. Sie verkauften 1993 nach Mexiko in den Park La Feria Chapultepec Magico, Mexico-City.

 © Margit Ramus

In der folgenden Galerie sind einige Aufnahmen der von Heinz Werner Opitz gearbeiteten Modelle eingestellt.

 

Ramus 2013. Kat. Nr. 22.

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