Schaustellergeschäfte A - Z

Fantastische Reise

Modell zur Umgestaltung der Fassade im Jahre 1994 © Foto Bremser
Name des Geschäftes Fantastische Reise
Typologische Bauaufgabe Indoor-Schienenbahn
Bauform Hallenbau
Baujahr  1983
Größe 40 m Frontlänge; 20 m Tiefe; 16 m Höhe 
Hersteller Alfred W. Weber
Maler Harry Knorrn > Günter Stritzel
Dekoration Surrealismus > Historische Berglandschaft
Bauherr  Friedel Finnendahl > 1995 Gorki Park Moskau > ?
Baugeschichte

Anfang der 1980er Jahre hatte der gebürtige Kölner, inzwischen nach Bremen umgesiedelte Schausteller Friedel Finnendahl die Idee einer Metamorphose einer Geisterbahn zu einem Indoor-Schienengeschäft in gigantischen Form und Gestaltung. In der Firma Weber fand er einer Konstrukteur, der diese gewaltige Aufgabe übernehmen wollte. 1983 war es soweit und die Premiere der Gondelbahn mit dem Namen Fantastische Reise fand auf dem Bremer Freimarkt statt.

Die Bahn hatte von Beginn an technische Probleme.  Die Fahrt führte nur sehr langsam durch das geschlossene Schienensystem und hatte im Innern nur wenige Effekte. 
Kurz nach der Auslieferung der Fantastischen Reise ging die Firma Alfred W. Weber wegen finanziellen Schwierigkeiten in Konkurs. Deshalb versuchte Friedel Finnendahl die Bahn selber zu optimieren.
1994 wurde die Fassade umgestaltet. Ein Jahr später ging die Bahn auf eine lange Reise in den Moskauer „Gorki Park“. Finnendahl reiste danach mit dem Aussichtsturm „Top of the world“.

Baubeschreibung

Rechteckiger Hallenbau aus Stahl von 40 Metern Breite, 20 Metern Tiefe und einer Höhe von 16 Metern. Das Stahlgerüst war an den Seiten und nach hinten mit Planen geschlossen. Zum Betrachter hin war dem Bau eine gigantische Fassade vorgesetzt, die das Stahlgerippe einer Achterbahn im Inneren verbarg. Im Zentrum der Fassade waren zwei große Öffnungen, durch die die Schienenführung aus dem Bau heraus und sofort wieder hinein führte.
Hängegondeln waren in die Schienen eingehängt. Im Inneren führten die Schienen durch eine sich drehende Tonne, im Fachterminus Rollende Tonne genannt.

Galerie I erste Dekoration
Dekoration

Den Auftrag zur Bemalung der riesigen Fassade erhielt Harry Knorrn. Dem Namen der Anlage entsprechend malte er die menschliche Darstellung eines Riesen, der in überdimensionalen Schuhen auf die kleinen Menschen schaute. Im rechten Bildfeld war eine Gestalt in einem Kapuzenhemd mit einem Freibeuterstab zu erkennen. Im Hintergrund beider Szenen waren Architekturfragmente zu sehen.
1993 erhielt die Fantastische Reise im Atelier Stritzel eine neue Fassade. Diesmal sollte die fantastische Reise durch den kulissenartig gestalteten Mount Rushmore führen. Die Köpfe vier amerikanischer Präsidenten waren als Flachrelief in die Fassade integriert. Sie stellten Nachbildungen von Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt, Thomas Jefferson und George Washington dar.

Provenienz und Verbleib 

Die Fantastische Reise des Bremer Schaustellers Finnendahl war 1983 von der Firma Weber gebaut worden und hatte noch im gleichen Jahr auf dem Bremer Freimarkt Premiere. Nach Behebung einiger technischer Probleme wurde die Fassade 1993 im Atelier Stritzel umgestaltet. 1994 wurde die Anlage in den Moskauer „Gorki-Park“ verkauft. Nach Schließung des Parks verliert sich die Spur des Geschäftes.

Galerie II zweite Dekoration

© Margit Ramus

Schreiben Sie uns einen Kommentar

Haben Sie ergänzende Informationen? Über sachdienliche Hinweise freuen wir uns.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *