
Straßenbeleuchtung
In der traditionellen Architektur wurde die Beleuchtung als gestalterische Konzeption der Nachtfassade bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Ganze Straßenzüge wurden akzentuiert, der Lebensrhythmus verschob sich in die Abendstunden. Unterschieden wurden die Kontur- und die Flächenbeleuchtung.
Marion Ackermann beschreibt in der Einführung der Publikation über „Leuchtende Bauten Architektur der Nacht“, dass die von innen erhellten als glühende Baukörper oder die von außen angestrahlten als graphische Konturen das Bild der Städte veränderte.
Bereits mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurden die wichtigsten Straßenzüge akzentuiert und „[…] das künstliche Licht modellierte Fassaden unter Hervorhebung ihrer plastischen Struktur […].
Carbon Lampen beleuchten die Karussells
Bevor jedoch die Volksfestplätze am Abend leuchteten, erfolgten kleine elektrische Nachrüstungen an den Karussells. Bis zur Einführung der Edison Glühbirne wurden die Karussells ab 1874 mit Carbon Lampen beleuchtet. Sie entsprachen den Bogenlampen der Straßenbeleuchtung in den Städten. Die Carbon Lampen versetzten den Volksfestplatz am Abend in eine mit Lampions und Bogenlampen spärlich beleuchtete Szenerie.
Hugo Haase Pionier auf den Volksfesten
Auf den Volksfestplätzen beschränkte sich die Nutzung der Elektrizität bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges noch überwiegend zum Antrieb der Karussells.
Hugo Haase kann als der Pioniere in der Nutzung von Elektrizität für den Antrieb und die Beleuchtung von Karussells bezeichnet werden. Ihm sind die am Abend konturenhaft erleuchtenden Volksfestplätze zu verdanken, und zwar in einer Zeit, in der die Menschen teilweise noch drei Jahrzehnte warten mussten, bis ihre Petroleumlampen durch elektrischen Strom abgelöst wurden.
Bereits 1905 beleuchtete HAASE an einer seiner Berg- und Talbahnen einen bogenförmigen Fries mit kleinen Glühbirnen. Wie zum Beispiel an der Berg- und Talbahn, Libelle von Haase.
Nach dem Ersten Weltkrieg erkennt man an der Krinoline schon umlaufende Lichtleisten mit Glühbirnen.
Mit der Zeit wurden die Karussells mit Lichtketten und Lichtleisten nachgerüstet.
Beleuchtung nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel von Autoskootern
Nach dem Zweiten Weltkrieg steigerte sich der Einsatz von Neonröhren und Lichtleisten an den Autoskootern bei jedem Modell. Die Malerei trat mehr und mehr in den Hintergrund. Vertikal aufgestellte weiße Neonröhren erinnerten an eine kühle Sachlichkeit.
Später werden Lichtleisten in Bogen-, Stern- und Halbkreisformen auf die Front aufgelegt.
© Margit Ramus
| Quellen | Ackermann 2006, Leuchtende Bauten […] als glühende Körper oder in grafischer Kontur gezeichnet. S. 9 |






































