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Deutscher Schaustellerbund e.V.

DSB Schaustellerbrief Ausgabe 3/92 mit Erinnerung an Hansi Steiger

Deutscher Schaustellerbund e.V. abgekürzt DSB, mit Sitz in Berlin ist eine der beiden Berufsorganisationen für das Schaustellergewerbe in Deutschland.
Der DSB hat die Aufgabe die rechtliche und wirtschaftliche Lage des Gewerbes und der Gewerbeordnung zu sichern und zu verbessern. Dazu gehört die Erhaltung und Förderung der traditionellen Volksfeste, Weihnachtsmärkte sowie das Pflegen des Kulturguts Volksfest.
Am 13. Januar 1950 trafen sich in Herford die Schausteller Otto Bigesse, Wilhelm „Bethel“ Krameyer, Josef Schippers, Walter Oeser und Otto van der Ville sen. zur Gründung: Deutscher Schaustellerbund e.V.
Obwohl die neu gegründete Bundesrepublik noch an den Folgen des verlorenen Zweiten Weltkrieges zu leiden hatte, schworen die Gründer:

„Wir geloben, niemals mehr dem Begriff der großen Masse nachlaufen zu wollen und uns immer daran zu erinnern, dass wir eine von der Not zusammengeschweißte Familie sind, die besonders in der heutigen Zeit zusammenhalten muss, um den Erfolg für unseren Beruf zu erringen, den wir dringend brauchen.“ (DSB Website)

Bis heute lässt sich das Zusammengehörigkeitsgefühl im Schaustellergewerbe kaum mit anderen Gewerbezweigen vergleichen. Diese Zusammengehörigkeit ist fest verankert, ähnlich des konservativen Familienleben, in dem christliche Werte noch einen Stellenwert haben.
Der Schaustellerberuf wird von Generation zu Generation weitergegeben. Obwohl unter einzelnen Firmen Konkurenz-Wettbewerb stattfindet, zeigt sich nach außen eine starke Geschlossenheit, nach dem Motto: Einigkeit macht stark!

Sicherlich wäre ohne die Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Schaustellerbundes die Volksfeste um vieles  ärmer. Dazu tragen auch die Schaustellerinnen und Schaustellern, die sich durch die ehrenhafte und gewissenhafte Ausübung ihres Berufs um den Berufsstand verdient machen bei. Sie alle haben das Image dieser Branche nachhaltig geprägt.
Stellvertretend für sie alle seien hier die Präsidenten in der Reihenfolge ihrer Amtszeit von 1950 an genannt:

  • Otto Bigesse                             1950-1952
  • Lorenz Schweizer                      1953
  • Willi Hirsch                               1954-1956
  • Alfred Fliege                             1957-1958
  • Max Eberhard                           1958-1975
  • Harry Wollenschläger                1975-1998
  • Hermann Krameyer                  1998-2002
  • Albert Ritter                              ab 2003

1950 wurde von den Gründervätern des DSB´s Herford zur Hauptgeschäftsstelle gewählt.
1957 wurde die Hauptgeschäftsstelle nach Bonn verlegt.
2002 im Mai wurde unter dem Präsidenten Herman Krameyer die neue DSB-Hauptgeschäftsstelle im Zentrum Berlins eröffnet.

Bereits 1954 hatten sich Schausteller über nationale Grenzen hinweg zur Europäischen Schausteller-Union zusammengeschlossen. Die Europäischen Schausteller-Union (ESU) engagiert sich zusammen mit den Schaustellerorganisationen anderer Länder auf europäischer Ebene für den Berufsstand.

Heute zählt der DSB über 4200 Vollmitgliedschaften aus 89 eigenständigen Schaustellervereinen. DSB-Mitgliederliste 2016
Der Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen e.V. (VDFU), der die Freizeit- und Erlebnisparks vertritt, ist ebenfalls Mitglied, so dass insgesamt rund 90 Prozent aller hauptberuflichen Freizeit- und Vergnügungsexperten im DSB organisiert sind.

Die Mitgliedsorganisationen im Deutschen Schaustellerbund e.V. sind selbstständige Vereine und Verbände, die die Interessen ihrer Mitglieder auf kommunaler und regionaler Ebene wahrnehmen.
Auf Landesebene arbeiten die Vereine in Zweiggeschäftsstellen und Arbeitsgemeinschaften zusammen.
Die ersten Vorsitzenden der Mitgliedsvereine bilden gemeinsam mit dem Präsidium und den Bundesfachberatern sowie einem gewählten Protokollführer den Hauptvorstand, der einmal im Jahr im Herbst zusammentritt.
Das Präsidium, als geschäftsführender Vorstand, wird alle zwei Jahre vom Delegiertentag gewählt und setzt sich zusammen aus dem Präsidenten und vier Vizepräsidenten (Berufsfragen, Organisationsfragen, Marketing und Finanzen).

Präsident Albert Ritter
Vizepräsident für Organisationsfragen Lorenz Kalb
Vizepräsident für Berufsfragen Thomas Meyer
Vizepräsident für Marketing Ralf Leonhard
Vizepräsident für Finanzen Edmund Radlinger

Einmal jährlich tagt die Delegiertenversammlung, das höchste beschlussfassende Gremium im Deutschen Schaustellerbund.
Eine ständige Anlaufstelle für die DSB-Mitgliedsverbände und Bindeglied zu den Institutionen des öffentlichen Lebens ist die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Schaustellerbundes in Berlin. 

Übersicht der Bundesfachberater und einer Bundesfachberaterin
Die Frauenquote ist mehr als dürftig. (Anm. der Verfasserin)
„Die Bundesfachberater und ihre Stellvertreter sind die Multiplikatoren des Deutschen Schaustellerbundes für die einzelnen Fachsparten. Sie  nehmen Stellung zu Gesetzentwürfen und stehen der Verbandsorganisation beratend zur Seite.“ DSB Website 

Bundesfachberater Schau- und Belustigung
Rudolf Schütze — Robert Hempen (stellv.)

Bundesfachberater Fahrgeschäfte
Josef Diebold — Raoul Krameyer (stellv.)

Bundesfachberater Ausspielungsgeschäfte
Bernhard Kracke jr. — Alexander Eil (stellv.)

Bundesfachberater*in Schiessgeschäfte
Diana Schliebs — Ulrich Schmidt jr. (stellv.)

Bundesfachberater Reisende Zeltgaststätten nach Schaustellerart
Guido Ehlerts — Philip Traber (stellv.)

Bundesfachberater Verkaufsgeschäfte nach Schaustellerart
Andreas Manke — Christian Müller (stellv.)

Bundesfachberater Bildung
Andreas Horlbeck — Konstantin Müller (stellv.)

Bundesfahnenträger
Robert Heitmann — Christopher Kirschner (stellv.)

Protokollführer
Ewald Telsemeyer

Margit Ramus

 

Website DSB.
Schwäke 1983.
https://www.dsbev.de/fileadmin/PDFs/Jahresbericht/Marktstudie_Volksfeste_DSB_2012_Final.pdf

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