
| Name(n) des Geschäftes | Überschlagschaukel / Looping The Loop |
| Typologische Bauaufgabe | Schaukel |
| Bauform | Skelettbau |
| Baujahr | 1938f |
| Hersteller | Achtendung |
| Bauherr / Inhaber | Heinrich Heindrichs; Adam Buntenbroich; Josef Milz, Josef Schoeneseifen u.a. |
Überschlagschaukel – Looping The Loop
Baugeschichte
Bereits in den 1920er Jahren hatte Fritz Bothmann eine Überschlagschaukel nach einem amerikanischen Vorbild gebaut. Konstruktiv und funktional unterschied sie sich von den bereits bekannten Schiffschaukeln, indem nicht nur hin und her geschaukelt werden konnte, sondern der Skelettbau so konstruiert war, dass ein Überschlag möglich war. Daher auch der Name „Überschlagschaukel“.
Noch vor dem Zweiten Weltkrieg baute die Firma Achtendung nun ebenfalls diese Anlage und bezeichnete sie amerikanisierend als „Looping de Loop“, kurz Looping. Niemand ahnte, dass es mal eine Achterbahn mit fünf Loopings, den „Fünfer Looping“ geben würde. Die Grundidee war jedoch ähnlich, nämlich die eines rundum führenden Bewegungsablaufs.
Baubeschreibung
Der Mittelachse mit Kassenhaus, der mit einer Plane überdachten zehnachsigen Überschlagschaukel, schlossen sich symmetrisch vier Achsen an. Später wurde sie verkürzt auf je drei Achsen. Dem Skelettbau war nach vorne ein Laufpodium vorgesetzt, das mit Geländern abgegrenzt wurde. Die Stützen des Geländers ragten über dieses hinaus und trugen Bogenlampen. Anstelle der Fahrgastgondeln in Form von Schiffen wurden bei der Überschlagschaukel kleine Käfige zwischen die „Schwinger“ (Ausleger) gehängt.
Provenienz
Den ersten Looping, den Albert Achtendung baute, wurde an die Firma Heinrich Heindrichs aus Köln verkauft. Adam Buntenbroich erteilte den Auftrag für einen weiteren Looping. Da das Geschäft zum vereinbarten Termin nicht fertig geworden war, betrieben die beiden verwandtschaftlich verbundenen Familien Heindrichs und Buntenbroich die Überschlagschaukel im ersten Jahr gemeinsam und machten Kippe.
Nach der Saison übernahm Adam Buntenbroich den Bruttotyp und Heinrich Heindrichs bekam die zweite Überschlagsschaukel.
Adam Buntenbroich reiste bis 1955 mit dem Geschäft. Die folgenden drei Jahre betrieb Werner Milz den Looping. Werner Milz reiste zeitweise mit zwei. Dann übernahm Henry Schunk einen davon. Schon bald nach dem Besitzerwechsel zerstörte ein Brand den Großteil des Geschäftes. Später wurde der Looping aber wieder aufgebaut . Das Geschäft wird noch heute von der Familie Gilbert Marquis aus Dortmund betrieben.
Die Heindrichs Überschlagschaukel existierte bis in die 1990er Jahre. Nach mehreren Besitzerwechsel über die Firmen Rauh, Helmut Neunkirchen, Josef Schaak kam sie zu Alexander Hoffmann, der nach Angaben von Josef Rosenzweig, diese historische Überschlagschaukel mit der Säge zu Kleinholz gemacht haben soll.
Die Großeltern der Verfasserin, Josef und Maria Milz erwarben ebenfalls 1946 von der Firma Achtendung einen Looping. Es war der einzige Looping mit Stahlböcken, alle andere wurden aus Holz hergestellt. Als Josef Milz bei der Firma Achtendung die St. Moritz-Bahn (Rakete) in Auftrag gaben, übernahm ihre Tochter Maria und deren Mann Josef Schoeneseifen deren Überschlagschaukel. Nach drei Saisons verkauften sie die Überschlagschaukel an ihren Schwager Werner Milz und erwarben die St. Moritz-Bahn der Schwiegereltern, die sich zum Kauf eines Autoskooters entschieden hatten.
Die Überschlagschaukel war in der Familie Milz und Schoeneseifen und wieder Milz bis 1962 weitergereicht. Dann wurde sie an „Kallemann“ Bühmann aus Konstanz verkauft.
Zehn Jahre später, im Jahre 1972 erwarb die Firma Markus von Olnhausen das Geschäft. Bis 2019 reiste die Firma damit, dann wurde der Looping an René Jansen aus Westerstede verkauft. Inzwischen wechselte die Überschlagschaukel noch ein weiteres Mal den Inhaber.
Sie wurde 2025 auf dem Oldenburger Kramermarkt gesichtet und fotografiert.
Auch Schaustellerfirmen aus anderen Städten erwarben ein solches Geschäft, sie werden im Kulturgut Volksfest-Archiv aufgeführt.
© Margit Ramus












