
Name(n) des Geschäftes | Troika – Turbo Star |
Typologische Bauaufgabe | Offenes Rundfahrgeschäft |
Bauform | Skelettbau |
Baujahr und Bau Nr. | 1973 |
Hersteller | Huss |
Maler | Harry Knorrn |
Bauherr / Inhaber | Renoldi; Schäfer; Aigner; Meeß; Beuermann; Zintel u.a. |
Baubeschreibung
Ein Skelettbau, an dessen rotierende Mittelkonstruktion drei gelenkige, abwechselnd
auf- und abschwingende Auslegerarme montiert sind.
An deren Enden sind drehbare Planetenräder aus Stahlrahmen angebracht, in deren Umfang je sieben Fahrgastgondeln pendelnd eingehängt sind.
Die Konstruktion wird von einer flachen, kreisrunden, zum Rand leicht geneigten Platte mit kurzem Stützenkranz umfasst. Die Zwischenräume der Stützen sind abwechselnd offen oder mit Geländern geschlossen.
Der Kasse ist wahlweise mit einer Fassade verkleidet, die den Bau nach hinten abgrenzt.
Dekoration
Auch beim zweiten Bautyp aus dem Hause Huss sind Form und Funktion bereits Element
der dekorativen Gestaltung. Die farbliche Fassung in Rot-, Gelb- und Grüntönen wird am Abend durch Lichtleisten betont, die rautenförmig unter den Planetenrädern angebrachten sind.
Darüber hinaus bietet die Kassenfassade Möglichkeiten zur individuellen Dekoration. Auf den Abbildungen ist eine für Harry Knorrn typische expressionistische Malerei mit übergroßen plakativen Figuren zu er kennen. Knorrns Figuren sind überdimensional dargestellt und die Wirkung seiner Farbauswahl wird durch Vereinfachung stark betont.
Die zweite Abbildung aus dem Archiv von Harry Knorrn zeigt ein Modell der gleichen Baureihe mit
dem Namen Troika. Die Rückwand wurde ebenfalls von Knorrn gemalt. Die Troika der Firma Zintel
wurde 1975 ausgeliefert. Sie wird von einem kleineren Kassenhaus ohne auf wendige Rückwand gesteuert.
Eine zusätzliche Chipkasse ist der Anlage vorgesetzt.
Der Farbauftrag ist in Grün, Gelb und Weiß gehalten.
Das vierte hier abgebildete Modell ist der Firma Klaus Renoldi zuzuschreiben. Form, Funktion und die Beleuchtung am Abend erweckten die Vorstellung eines überirdischen Raumfahrzeugs.
Provenienz und Verbleib
Huss baute dieses Karussell in 29 Ausfertigungen. Einige wurden ins Ausland exportiert.
Zu den deutschen Besitzern gehörten unter anderem die Firmen Schäfer, Renoldi, Aigner,
Zintel.
Schäfers Turbo Star wurde irgendwann in den Vergnügungspark „Fort Fun Park“ im Sauerland
abgegeben, dann gab es einen Wechsel in den „Hansa Park“ und später in einen Park in England. Die Anlage von Renoldi wurde an den „Attractiepark Slagharen“ in Holland verkauft.
© Margit Ramus
Quellen | Ramus 2013. Kat. Nr. 64. |