Arten von Schaustellergeschäften A - Z

Schiessbuden

Eine der ersten mobilen Schiessbuden um 1900 der Familie Kebben. Foto Repr. 2010 ©Ramus

Schiessbuden sind eine Untergruppe der Spielgeschäfte.

Im Jahr 1839 wird auf dem Münchner Oktoberfest das erste Mal eine Bolzen Schießstätte erwähnt. Florian Dering beschreibt einen einfachen offenen Stand, bei dem von einer Barriere aus auf lebensgroße Blechfiguren geschossen wurde.

Die ersten mobilen Schiessbuden erscheinen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie waren anfangs zweigeteilt, ein überdachter Schießstand und ein überdachter Zielstand.
Es wurde auf Tonröhrchen, Tonscheiben, gemalte Szenerien oder auf bewegliche Ziele in Form von lustigen Figuren, die durch ihren Mechanismus humorvolle Bewegungsabläufe in Bewegung setzten, geschossen.
Das Blumenschießen wird erst ab den 1930er Jahren erwähnt.
Daneben wurde auf fortlaufendes Jagdwild geschossen. Später wurden das Walzen- und Fontäneschießen sowie das Korkenschießen entwickelt.

In den 1980er Jahren kommt das Photoschiessen in Mode. Durch einen Treffer auf dem Kontakt wird ein Photo von dem Schützen geschossen.
Eine weitere Neuerung ergab sich durch die Einführung von Elektronikschiessen. Durch einen Infrarotstrahl muss ein Sensor getroffen werden, der bei Figuren oder Gegenständen Aktionen auslöst. Bis in die Gegenwart sind fast alle Schiessarten vertreten.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden von den Firmen Heinrich Mack, Eberhard Stork, Andreas Dietz, Müller Wipperfürth u.a. Schiesswagen gebaut und in Folge immer aufwendiger dekoriert.
Eine ganze Serie wurde von Fritz Laube mit Jagdszenen, in Bezug zur Funktionalität gemalt.
Auch Heinz Werner Opitz wird die dekorative Gestaltung und Bemalung einer großen Anzahl von Schiesswagen zugeschrieben.

©  Margit Ramus

Dazu Schaustellergeschäfte im Archiv Kulturgut Volksfest:

Schiessbuden 1930er-1950er Jahren
Schiesswagen Stork
Schiesswagen Mack

Ramus 2013. Kat. Nr. 08; 34; 63.
Dering 1986. S. 146.
Werbetafeln auf Imbiss der Familie Kebben.

2 Beiträge zu “Schiessbuden

  1. Klinger, Dr. Heiner

    Kopie Ihres Textes unter dem Thema „Schießbuden“:
    Eine weitere Neuerung ergab sich durch die Einführung von Elektronikschiessen. Durch einen Infrarotstrahl muss ein Sensor getroffen werden, der bei Figuren oder Gegenständen Aktionen auslöst.
    Ich habe das als Kind oft gemacht. Mein Opa bezahlte das, weil ich sehr gut darin war und die Bundeswehrsoldaten ausstach!
    Gibt es dazu Bilder? Ich fand bisher nichts im Internet und auch Herr O. Wilmering (Schaustellerverband Düsseldorf) konnte mir nicht helfen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Heiner Klinger
    Lennestadt

    Antworten
    1. Margit Ramus Beitragsautor

      Hallo Herr Dr. Klinger,
      ich habe leider nicht viel Bildmaterial von Elektronikschiessen.
      Es sind auch nicht viele Schießwagen dieser Art gebaut worden. Mack und Stork glaube ich, jeder nur einen Exemplar.
      Ich werde mich umhören, und mich gegebenenfalls melden.
      Freundliche Grüße Margit Ramus

      Antworten

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