
| Name(n) des Geschäftes | Geheimnis des Maya Tempels |
| Typologische Bauaufgabe | Lauf- und Belustigungsgeschäfte |
| Bauform | Hallenbau |
| Baujahr | 1976 |
| Hersteller | Willi Dietz |
| Bauherr / Inhaber | 1976-78 Finnendahl Bremen 1979 – 2009 Hartmann Iserlohn |
Baugeschichte
In den 1960er Jahren baute Heinrich Mack Jahren einige Lauf und Belustigungsgeschäfte mit
einem dekorativen bayrischen Lokalkolorit. Im Jahr 1976 gab der Bremer Schausteller Friedel Finnendahl einen Irrgarten bei Willi Dietz in Auftrag.
Baubeschreibung
Bisher kannte man einen echteckiger Baukörper mit Pultdach und Fassadenvorbau, auf dessen Holzfußboden Glasscheiben in, am Boden befestigte, Holzleisten eingesteckt wurden, und so ein Glaslabyrinth entstanden war.
Völlig innovativ entwickelte die Firma Dietz einen, auf einem Wagen fest installierten, rechteckigen Kubus mit einem Fassadenvorbau. Dieser Fassadenvorbau, Vorhangfassade genannt, wurde
mehrfach geklappt und gesteckt. Das ungezwungene Stecksystem der Glasscheiben bot nun völlig neue Varianten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, die die Begeisterung der Besucher und Zuschauer vor dem Gebäude enorm steigerte.
Dekoration
Bereits der Name der Anlage weist auf eine malaiische Dekorationsthematik hin. Die Arbeiten in Polyester und die Bemalung wurden von Harry Knorrn ausgeführt. In der Mitte der Fassade war die Büste einer Malaiin dargestellt. Rechts und links davon malte Knorrn Steinfragmente und malaiische
Steingefäße. Schriftzeichen und florales Beiwerk rahmten die Szenerie ein. Die Fassade wurde mit
dem Namen des Geschäfts in einer mit Glühbirnen gestalteten Schrift abgeschlossen. Das überkragende Dach der unteren, offen einsehbaren Ebene war mit einem Fries aus doppelten Lichtleisten akzentuiert. Dazwischen waren Zeichen gemalt.
1979 folgte für den gleichen Auftraggeber der erste zweistöckige Irrgarten in Containerform. Das Dekorationsthema wurde beibehalten und die Fassade in ähnlicher Form gestaltet. Ein zweites Stockwerk wurde aus der unteren Ebene hydraulisch nach oben gefahren. Ein manuell angebauter rechteckiger Raum vergrößerte die Fläche des gläsernen Irrgartens. Diese zweite Anlage, Fluch des Pharao, wurde 1986 unter den neuen Inhabern Pluschies/Hempen zur ersten Abenteuer-Simulationsanlage der Welt umgestaltet.
Sie erhielt den Namen Das Omen Zwei kolossale Tempelwächter bewachen das mystische Stollenlabyrinth. Die aus Polyester gearbeitete Fassade zeigt die Nachbildung eines zweistöckigen
Steinbruchs. Aus Mauerfragmenten mit Flachreliefs züngeln aus zwei großen Feuertöpfen kleine
Flammen. Elemente von Feuer, Wasser und Sturm runden das Bild ab. Im Jahr 2002 erfolgte eine weitere Renovierung, bei der man auf den bisher vor der Anlage stehenden Baum mit Schlange und Geier verzichtete.
Provenienz und Verbleib
Das Geschäft wurde durch „Krumm & Schiefbau“ ersetzt und ist seitdem eingelagert.
Die Belustigungsanlage wurde 1979 von Friedrich Finnendahl als Fluch des Pharao in Auftrag gegeben. Es gab einen Besitzerwechsel zur Firma Müller. 1986 wurde sie unter dem Besitzer Michael Hempen beim Hersteller Dietz umgestaltet. Die neue Fassade erhielt den Namen Das Omen. Später folgten weitere Umgestaltungen unter dem heutigen Inhaber Hempen
1981 baute Willi Dietz die gleiche Anlage für die Firma Schütze. Diese wählte eine völlig andere
Dekoration. Thematisiert und namengebend wurde der Horrorfilm „Nosferatu“. Knorrn konnte seine
surrealistische Mal weise voll ausleben. Riesige bewegliche Figuren suggerierten den Einbruch des
Unmenschlichen in den Alltag der Erdbewohner.
1981 erfolgte wieder beim Hersteller Dietz eine Umgestaltung in Nightmare. Die Firma Schütze blieb
ihrer Thematik treu. Die beiden Etagen waren nicht mehr einsehbar. Auf der neuen, kulissenartig gestalteten Vorhangfassade war der Alptraum thematisiert und fand wieder seine Vorlagen in einem Horrorfilm namens „Nightmare“.
1 Geheimnis des Maya-Tempels 1976
2 Zweistöckige Anlage von hinten 1981
3 Fluch des Pharao
4 Das Omen
5 Das Omen
6 Nosferatu
7 Nightmare
© Margit Ramus
| Quellen | Ramus 2013. Kat. Nr. 40. |
