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Blue Haway

1960 Blue Haway Parpaloni © Sammlung Opitz
Blue Haway
Rundfahrgeschäft
Rundbau
1965
Heinrich Mack
Heinz-Werner Opitz

Brüder Parpalioni, Dieter Milz, Udo Lautenschläger
1993 erwarb der Dessauer Schausteller Wieser das bereits verschollen geglaubte Karussell. Er verkaufte jedoch bald darauf an die Firma Uebel aus Haldersleben.

Baugeschichte

1965 erlebte der Plan einer Raketenbahn mit Dach der Firma Fritz Bothmann vom 18. Januar 1930 durch die Firma Heinrich Mack eine Renaissance.
Die Brüder Parpalioni aus Herford er teilten Mack den Auftrag zum Bau einer solchen Bahn.

Baubeschreibung

Rundbau mit Ringdach und um laufender Schmuckdachkante. Im Inneren des Baus führen die Fahrgastgondeln sowie eine hölzerne Umgangszone über eine etwa 30° nach oben ansteigende Ebene. Der zentrale Bereich ist von einer gewölbten Platte verschlossen, die als Globus bezeichnet wird.
Um sie herum führen hintereinander gereihte Fahrgastgondeln in Form von kleinen Booten, die von dem hölzernen Umgang aus bestiegen werden können.
Am oberen Scheitelpunkt des Baukörpers ist ein Kassenhaus aufgestellt und von drei Panneaux flankiert. Sie grenzen den Rundbau nach hinten ab. Am unteren Scheitelpunkt führt ein schräg laufender Aufgang in den Rundgang hinein. Die Außenfassade umschließen Panneaux, die der schrägen Anhebung des gesamten Baukörpers folgen.
 

Dekoration

Gewählt wurde ein Südseethema mit Sonne, Sand, Meer und Palmen, inspiriert vom Fernweh und der beginnenden Reisewelle der 1960er Jahre in ferne Urlaubsländer. Die Bildträger der Schmuckdachkante waren mit Strandszenen in Pastelltönen bemalt. Der Schriftzug Blue Haway schloss die Fassade nach oben ab. Die Bildinhalte der rückwärtigen Panneaux zeigten Menschen beim Spiel am Strand und im Wasser. Die Motive wiederholten sich in den Bildern der umlaufenden Panneaux der Sockelzone.
Auf dem zentralen Globus mit dem Mittelpunkt Hawaii war eine kleine Palmengruppe aufgestellt. Die
umlaufenden Holzpfeiler waren als Palmenstämme gearbeitet. Ein Kranz von Lichtleisten, die im Zentrum des Ringdachs angebracht waren, beleuchtete das Innere des Karussells.

Provenienz und Verbleib

1965 von den Brüdern Parpalioni in Auftrag gegeben, wechselte das Karussell mehrfach den Besitzer. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch in den 1970er Jahren, in die damalige DDR zu verkaufen, erwarben die Firmen Meyer aus Aurich, dann Darmann aus Solingen und danach Karl-Dieter Milz aus Köln das Karussell. Im Jahr 1989 wurde es schließlich in den Osten Deutschlands nach Erfurt an Udo Lautenschläger verkauft. 1993 erwarb der Dessauer Schausteller Wieser das bereits verschollen geglaubte Karussell. Er verkaufte jedoch bald darauf an die Firma Uebel aus Haldersleben. Uebel renovierte die noch verwendbaren originalen Bauteile. Anstelle des alten Globus wurde eine Plane über die Mittelkonstruktion gespannt. Der ehemalige hölzerne Umgang sowie alle Dekorationselemente mussten erneuert werden. Die Schmuckdachkante erhielt einen neuen Farbauftrag, wobei man an der ehemaligen Dekorationsthematik festhielt. Seit 2002 ist das Karussell wieder im Einsatz und auf vielen ostdeutschen Volksfestplätzen präsent

© Margit Ramus

Dazu Schaustellergeschäfte im Archiv Kulturgut Volksfest:

 

 

Orschel, Blue Haway. In: KR 67, 2002.
Gespräch der Verfasserin mit Waldo Parpalioni im Februar 2011.
Ramus, 2013 Kat. Nr. 50

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