
| Name | Bayernkurve |
| Typologische Bauaufgabe | Rundfahrgeschäft |
| Bauform | Rundbau |
| Baujahr | 1965 |
| Hersteller | Anton Schwarzkopf |
| Erst-Bemalung | Herbert Sommer; Fritz Hilbert |
| Dekorationsthema | Winterlandschaft |
| Inhaber | Distel ; Schäfer; Vorlop; Meeß u.v.a. |
Baugeschichte
Mitte der 1960er Jahre entwickelte die Firma Schwarzkopf als Pendant zu der Konstruktion einer Bobbahn des Herstellers Heinrich Mack einen Schlittenexpress.
In Folge entwickelte Schwarzkopf eine Bobbahn ohne Dach. Er nannte das neue Karussell Bayernkurve.
Baubeschreibung
Der offener Rundbau ist nach hinten von einer hohen Rückwand umschlossen. 16 aneinandergekoppelte Bobs fahren auf Schienen und kippen mit zunehmender Geschwindigkeit immer mehr in die Schräglage. Als Kontergewicht ist im Zentrum der Anlage ein riesiges, mit Wasser gefülltes Becken eingelassen. Ein breiter Aufgang führt in die Umgangs- und Einstiegsebene, die nach vorne mit Gittern abgegrenzt ist. Zwei Ständer, auf denen Lichtleisten in Form von kleinen Tannenbäumen angeordnet sind, sind ebenfalls im Aufgangsbereich positioniert.
Seitlich ist ein Kassenhaus angegliedert.
Dekoration
Für die meisten Modelle dieser Baureihe wurde eine winterliche Dekoration gewählt. Die hohe halbrunde Rückwand repräsentiert in einer geschlossenen Komposition eine verschneite Gebirgskette. Deren Konturen sind mit Lichtleisten akzentuiert. Davor sind, wie am Rand eines Eiskanals, bunt gekleidete Zuschauer platziert. Frauen, Männer und Kinder schauen begeistert den heranbrausenden Bobs entgegen. Ein zweiter Eiskanal mit entgegenkommenden Bobs, ist darunter plastisch aufgemalt.
Provenienz und Verbleib
Zwischen 1965 und 1978 baute Schwarzkopf mehr als 50 Anlagen. Den Prototyp wurde an die Firma Distel geliefert.
Bereits Ende der 1980er Jahre war keine Bayernkurve mehr auf deutschen Volksfestplätzen präsent. Theo und Peter Hardt aus Köln erwarben 1998 eine Bayernkurve aus Frankreich. Nach drei Saisons wurde sie jedoch Ende 2002 eingelagert.
Eine Bayernkurve wird nach über vierzig Jahren, heute noch von der Firma Bodec-Menude
in Frankreich betrieben. Das Geschäft ist in einem sehr guten Zustand und begeistert nach wie vor die Festplatzbesucher z.B. gegenwärtig auf der Schobermesse in Luxembourg.
© Margit Ramus
| Quellen | Ramus 2013. Kat. 51. |
