
| Name(n) des Geschäftes | Kinderkarussell |
| Typologische Bauaufgabe | Fahrgeschäft |
| Bauform | Rundbau |
| Baujahr | 1950er Jahre |
| Hersteller | Günther Hennecke |
| Maler | Fritz Laube |
| Dekorationsstil | Neubarock |
| Dekorationsthema | Gebrüder Grimm, Abenteuer des Mecki oder des Hasen Langohr, deutsches Liedgut u.a. |
| Bauherr / Inhaber | Roos; Goetzke; Riedel u. v. a |
Baugeschichte
Fritz Bothmann baute 1918 eines der ersten Karussells speziell für Kinder. Es ist an zunehmen, dass in der Folgezeit einfache Kinderkarussells in Eigenbau oder aber von Schreiner oder Schlosserwerkstätten gebaut worden sind. Überliefert ist der erste Auftrag zum Bau eines Kinderkarussells im Jahr 1923 in der Maschinenfabrik Wilhelm Hennecke aus Uelzen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Günther Hennecke den Bau von Kinderkarussells und bot sie in vier verschiedenen Größen an. Bis 1962 wurden mehr als 100 Kinderkarussells gebaut. Der Maler Fritz Laube wurde für die Bemalung der Schmuckdachkanten gewonnen. Die Tochter von Fritz Laube erzählte, dass die Schmuckdachkanten mit einer Spedition in das Atelier des Vaters angeliefert wurden. Die Mutter, Agnes Laube übernahm während seiner Abwesenheit die Grundierung mit einem Gehilfen. Fritz Laube kam zwischendurch nach Hause, um sie auszumalen. Der Lack wurde wiederum von Agnes Laube aufgetragen. Laube benutzte die gleichen Schablonen für die Schmuckdachkanten, die er für die neubarocken Formen und Ornamentvorlagen für seine Kirchenmalereien gefertigt hatte.
Baubeschreibung
Es ist ein Rundbau mit Zeltdach. Die Schmuckdachkante schließt die Fassade nach oben ab, sie nimmt die Achsen des umlaufenden Stützenkranzes auf. Die Übergänge der einzelnen Bildtafeln sind mit Blenden bedeckt. Die Bildträger der Schmuckdachkante sind individuell geformt und bieten Möglichkeiten zur Bemalung.
Die einzelnen Stützen, die den Laufgang und die Einstiegsebene des Karussells nach außen einfassen, tragen die Dachkonstruktion. Sie sind mit hölzernen, offenen, individuell gestalteten Gittern verbunden. Diese Gitter, Lichtgitter genannt, sind nach unten mit Lichtleisten in Bogenform gearbeitet.
Im Inneren sind an einer sternförmigen Konstruktion Automobile, Fahr und Motorräder sowie eine Feuer wehr befestigt. Sie werden im geschlossenen Verbund im Kreis bewegt. An einer Seite ist ein Kassenhaus angegliedert.
Dekoration
Bereits die Sitzgelegenheit für die kleinen Fahrgäste, im Fachterminus Besatzung genannt, war ein wichtiger Teil der Dekoration. Die Auswahl der einzelnen Modelle traf der Bauherr. Die Schmuckdachkanten waren unterschiedlich gestaltet, mal mit geradem Abschluss, mal mit Bogenabschluss oder mit aufgelegten Kartuschen. Zusätzlich schmückten florale Schnitzereien, Voluten oder sonstiges Rankwerk die einzelnen Tafeln oder deren Übergänge.
Besondere Muster zeigten sich auch bei den Lichtgittern. Laube malte die Bildtafeln der Schmuckdachkante.
Oft wurden die Märchen der Gebrüder Grimm thematisiert. Ein beliebtes Motiv waren auch die Abenteuer des Mecki oder des Hasen Langohr. Im Inneren sind an die sternförmig angelegte Mittelkonstruktion Lichtleisten angebracht. Der Dachstuhl ist mit einem leuchtend bunten Tuch abgehängt. Individuell gebogene Lichtleisten schmücken und beleuchteten diesen Himmel. Das Zentrum bildet eine beleuchtete Krone.
Text © Margit Ramus
Die hier gezeigten Kinderkarussells, sind zwischen 1952 und 1962 gebaut und von Fritz Laube gemalt worden.
Die Sammlung der Hennecke Karussells wurde von der Schreinerei Kronenberger aus Frankfurt erworben und darf hier eingestellt werden. Sollten Anrechte auf ein © bestehen, dies bitte melden, dann wird dieser Info nachgegangen und das entsprechende Bild rausgenommen.
| Quellen | © Ramus 2013. Kat. 33
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Ich habe noch ein altes Kinderkarussell von Hennecke ein sogenanntes Bremer Karussell aus den ersten Baujahren, anbei sende ich ihnen gerne ein Foto. Das Geschäft wird zurzeit gerade überholt und soll demnächst in Bremen auf dem Delegierten Tag aufgebaut werden.