Am Vormittag wird auf dem Alten Friedhof, der an der Chorseite der Luciuskirche liegt, eine hl. Messe gehalten. Anschließend wird der Schrein mit den Gebeinen des hl. Ludgerus in einer Prozession zur Ludgeruskirche zurückgebracht. Zwischen Neuen Markt und Posthofplatz ist eine Kirmesstadt mit vielen Vergnügungsbetrieben aufgestellt. In den Familien und auch in den Bäckereien gibt es während der Kirmestage die irdenen Schüsseln gebackenen Apfelkuchen ( Appeltaten ). Bis 1929 wurde am gleichen Tag auch das Schützenfest abgehalten.
| Essen-Werden | Essen-Werden Appeltaten-Kirmes |
| ursprüngliche Festform | Sakrales Fest |
| 1. Urkundliche Erwähnung | 1128 |
| Brauchtum / Tradition | Reliquienprozession in „Ludgerus Tracht“ wurde im Jahr 1128 abgehalten worden sein. |
| Länge der Veranstaltung und Termin | 4 Tage; Beginn 1. Wochenende im September |
| Besucherzahl* | |
| Stammbeschicker** | > Autoskooter |
* Angaben beziehen sich auf die jüngste Studie des DSB 2023
** Schaustellerfirmen, die länger als 30 Jahre regelmäßig an der Annakirmes teilnehmen
Petzoldt schrieb dazu:
Die „Appeltaten-Kirmes“ ist ein Kirchweihfest zu Ehren des Sachsenmissionars St. Ludger (742-809), dessen Gebeine in der Stadtkirche St. Ludgerus ruhen. Mit dem kirchlichen Fest ist das weltliche Jahrmarktsfest verbunden. Erstmalig soll die in früheren Jahren durch die Altstadt geführte „Ludgerus Tracht“ ( Reliquienprozession ) im Jahr 1128 abgehalten worden sein. Die legendäre Überlieferung begründet die Entstehung der Prozession aus der Bitte um gutes Wetter, da ein wochenlanger Regen die Ernte gefährdet habe. Diese Bitte sei erhört worden, und der Abt des Klosters Wevelinghoven habe die jährliche Reliquienprozession als dank angeordnet. In den letzten Jahren ging das Ludgerus Fest bzw. die Appeltaten-Kirmes immer mehr zurück und droht den Charakter eines Volksfestes zu verlieren. In einem Zeitungsbericht heißt es 1971: „ In Werden blieb vom alten Volksfest nur der Name. Und wenn nicht noch einige Werdener Familien und Bäckereien an dem alten Brauch, zur Kirmes, Appeltaten´ zu backen, festhielten, hätte auch die traditionsreiche Bezeichnung, Appeltaten-Kirmes` ihren Sinn verloren. Die bunte Kirmesstadt, die einstmals in den Straßen des Werdener Zentrums bis hinab zur Brücke aufgebaut war, drängt sich heute auf engem Raum zusammen. Und wenn die Bebauung fortschreitet, ist auch dieser bescheidene Rest eines großen Volksfestes vom Untergang bedroht.“
Petzoldt, S. 242
| Quellen | Zens & Böhmer 1988 |
