Schaustellergeschäfte A - Z

Blauer Enzian

© Sammlung Opitz
Bauer Enzian > Feuer & Eis
Schwäbische Eisenbahn > Bayern Express
Schienengeschäft
Skelettbau
1970 ff
Größe 41 m Länge; 24 m Tiefe; 13 m Höhe der Rückwand; 4,5 m max. Höhe der Schienen
Transportfahrzeuge 2 Bahnhofspaletten; 2 Schienenwagen; 1 Bockwagen; 1 Frontwagen; 1 Kassenwagen
Heinrich Mack
Heinz-Werner Opitz u.a.
Berglandschaft
Peter Dom München; Friedemann Uhse Bremen; Kinzler & Schütz Stuttgart-Düren; Harry und Peer Nülken Hamburg; Egon Kaiser München; 
Bauherr Schwäbische Eisenbahn 1977-79 Fritz und Julius Kinzler (Stuttgart)
1980-81 Peter Schütz & Co. (Düren)
1982-86 Alfons Kaiser (München)
Baugeschichte

Im Jahre 1969 begann die Firma Heinrich Mack mit dem Bau einer Reihe von neuen Schienengeschäften. Der Prototyp, der Tokaido-Express erhielt die Firma Tiemann aus Bremen. Im Anschluss baute Mack für die Firma Peter Dom aus München und für die Firma Uhse aus Bremen das gleiche Geschäft mit dem Namen „Blauer Enzian“.
Fritz und Julius Kinzler, Peter  Schütz und Alfons Kaiser entschieden sich ebenfalls für die gleiche Bauweise aber mit der Dekoration einer „Schwäbischen Eisenbahn“.

Baubeschreibung

Auf zwei nebeneinander angeordneten und miteinander verbundenen Kreis-Fundamente aus Stahl, der Sohle, war ein geschlossenes Schienensystem in Form einer Acht konstruiert. Berge und Täler der Schienenführung waren durch Schienenböcke in unterschiedlichen Höhen ermöglicht. Als Kontergewicht waren in die Zentren der Schienenkreise große Wasserbecken eingebaut.
Die Anlage, in den Grundmaßen von 42 x 24 Metern, war nach hinten mit einer Rückwand verschlossen.
Zum Betrachter hin war dem Schienensystem ein Laufgang als Einstiegszone, auch Bahnhof genannt, vorgesetzt. Rechts der Anlage war das Kassenhaus mit Eingangselement integriert, durch die die Fahrgäste zur Wartezone und in die Ein- und Ausstiegsebene des Zuges gelangten. Mittig der Anlage führte eine Brücke mit beidseitiger Treppenanlage vom Innenbereich der Gleisanlage zum Ausgang wieder nach außen.

Dekoration Blauer Enzian

Auf der Rückwand des Skelettbaus war eine Berglandschaft dargestellt. Hier unterschieden sich die einzelnen Anlagen aufgrund der individuellen Wünsche der auftraggebenden Schaustellerfirmen.  Kleine und größere Bauernhäuser führten den Betrachter in eine Bergwelt. Die alte Eisenbahn „Blauer Enzian“ mit Personenwagen war mittig der Fassade dargestellt und stand in Bezug zum Namen der Anlage, der in großen Leuchtbuchstaben die Fassade abschloss.
Im vorderen Teil befand sich die Einstiegszone, der Bahnhof. Er war mit Geländern und einer mehrbogigen Arkade mit kannelierten Pfeilern mit Base, Schaft, Kapitellen eingegrenzt. © Sammlung Opitz

Galerie I Blauer Enzian
Galerie II Schwäbische Eisenbahn
Provenienz und Verbleib

Der Blaue Enzian von Peter Dom wechselte mehrfach seinen Inhaber und war am längsten auf deutschen Volksfestplätzen in Betrieb

1976 – 1995 Peter Dom (München)
1995 – 2015
 Koch-Courtney (München) /  Michael Courtney (München)
2016-24 Barth & Kipp (Bonn)
Als 2015  die Firma Barth & Kipp die Anlagekaufte, erfolgte eine kompletten Sanierung und eine Änderung des Namens in „Feuer und Eis“. Die Firma Roland Barth reiste mit dem Schienengeschäft  bis 2024 damit. Das Geschäft wurde 2024 an Ludwig Rieger (Österreich) verkauft und nach dem letzten Platz der laufenden Saison, dem Oldenburger Kramermarkt, im Oktober 2024 übergeben. 

Der zweite Blaue Enzian der Firma Dom gelangte Mitte der 1990er-Jahre in den Park Elitch Gardens in Denver/USA. Die Bahn verblieb dort zwei Saisons, ehe ihr Antrieb 1997 einen Totalschaden erlitt.

Die Schwäbische Eisenbahn, später umbenannt in Bayern Express wurde nach verschiedenen Besitzerwechsel im Traumlandpark Bottrop installiert. Hier spielte es von 1987 bis zur Schließung 1991. Ab 1992 befand es sich im Fränkischen Wunderland als „Kansas-City-Express“ bevor es 2019 an Thierry Montaletang (Frankreich) verkauft wurde.

 

© Margit Ramus

Dazu Schaustellergeschäfte im Archiv Kulturgut Volksfest:

 

 

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