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Soester Allerheiligenkirmes

 

 

Soest Soester Allerheiligenkirmes 
ursprüngliche Festform Sakrales Fest
1. Urkundliche Erwähnung Begonnen als Fest zur Weihe des St.-Patrokli-Doms im Jahr 1166. Überliefert ist eine auf Pergament geschriebene Soester Stadtrechnung aus dem Jahr 1338, die belegt, dass damals der erste Allerheiligenmarkt in Verbindung mit einer Kirmes stattgefunden hat. 
Brauchtum / Tradition Tradition der Soester Allerheiligenkirmes ist nach wie vor das Bullenauge. Das typische Getränk der Allerheiligenkirmes, ein Mokkalikör, der seinen Namen dem typischen Aussehen des servierfertigen Getränks verdankt. Dazu wird in ein Likörglas Sahne so zugegeben, dass das so entstehende Bild mit etwas Fantasie und leichtem Pusten von oben betrachtet einem Bullenauge ähnelt.
Länge der Veranstaltung und Termin

5Tage; Beginn jeweils am Mittwoch nach Allerheiligen

Besucherzahl* etwa 1.000.000
Stammgeschäfte** 

Riesenrad Kipp/Bonn oder Burkhard-Kleuser/Dortmund
Turm Schneider/Soest
Autoskooter

Loosen/Düren 1950er – 70er Marktplatz; 
Hartkopf-Osselmann/Mettmann Petrikirchplatz;
Isken/Unna Domvorplatz;
Schneider /Lippstadt Hansaplatz
Inzwischen nur 2 Skooter
Schneider/Lippstadt + Schneider/Bielefeld im Wechsel; Isken/Dortmund
Musikexpress Krause  
Nessy Markmann   
Big Monster Krameyer
sowie diverse Spiel- und Verkaufsgeschäfte

   

Sogenannte Stammbeschicker sind auch bereits seit Jahren die Schausteller/Stippich /Soest mit dem Babyflug und einem Fischimbiss und einer Schiesshalle sowie H:O:Schäfer/Schwerte mit verschiedenen Großfahrgeschäften.

Ursprung

Die Allerheiligenkirmes ist eines der ältesten Volksfeste Nordrhein-Westfalens. Begonnen hat sie als Fest zur Weihe des St.-Patrokli-Doms im Jahr 1166. Dieses Kirchweihfest, an dem auch der damalige Kölner Erzbischof Reinald von Dassel teilnahm, entwickelte sich zu einem jährlich stattfindenden Markt. Es fanden sich viele Händler, Barbiere und Gaukler ein und zog Besucher aus dem Umfeld an. Überliefert ist eine auf Pergament geschriebene Soester Stadtrechnung aus dem Jahr 1338, die belegt, dass damals der erste Allerheiligenmarkt in Verbindung mit einer Kirmes stattgefunden hat. Im Jahr 1417 ist in der Stadtchronik zu lesen, dass der Markt drei Tage vor Allerheiligen beginne und drei Tage danach enden würde. 
Symbolfigur der Allerheiligenkirmes ist das Soester Jägerken, eine dem Simplicius Simplicissimus nachempfundene Figur. 
Schon bald fanden sich neben den Händlern u.a. mit Haushalts- und Topfwaren auch Bauern aus der Umgebung mit ihrem Vieh, Pferden, Schweinen, Schafen usw. sowie landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf den Plätzen der Innenstadt ein, um ihre Waren zu verkaufen. 

Entwicklung

Mit der Industrialisierung veränderte sich in Soest das Angebot der Belustigungen. Bis dahin wurden die Karussells von Hand oder Pferden angetrieben. Nun brachten die Schausteller die ersten von Dampfmaschinen angetriebenen Karussells zum Allerheiligenmarkt. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Hamm-Soest-Paderborn erleichterte den Schaustellern den Transport nach Soest. Auch kamen mehr Besucher aus dem Umland.

1904 wurde der Allerheiligenmarkt, der nun schon Allerheiligenkirmes genannt wurde, von acht Tagen auf fünf Tage gekürzt. Diese Regelung gilt bis zur Gegenwart. Beginn ist immer am ersten Mittwoch nach Allerheiligen.

Während des ersten Weltkrieges fand die Allerheiligenkirmes weiter statt. Während des Zweiten Weltkriegs soll die Allerheiligenkirmes nur sehr klein gewesen und von 1943 bis 1945 ganz ausgefallen sein. Ab 1946 fand sie wieder statt.

Gegenwart

Inzwischen hat ich sich die Soester Allerheiligenkirmes zu einer großen und modernen Innenstadt-Kirmes entwickelt. Das Besondere ist, dass sie nach wie vor in der Altstadt stattfindet und so ein unmittelbares Nebeneinander von Karussells und vielen anderen Volksbelustigungen mit den historischen Fachwerkhäusern und Kirchen erfolgreich bewältigt.

Das Besondere ist, dass sie nach wie vor in der Altstadt stattfindet und so ein unmittelbares Nebeneinander von Karussells und vielen anderen Volksbelustigungen mit den historischen Fachwerkhäusern und Kirchen erfolgreich bewältigt.

 

Die Allerheiligenkirmes wird immer am ersten Mittwoch nach Allerheiligen mit dem Fassanstich durch den Soester Bürgermeister um 14:00 Uhr bis 2020 im Bayernfestzelt offiziell eröffnet. Inzwischen erfolgt der Fassanstich an einem Fahrgeschäft, jeweils an verschiedenen Standorten.

Etwa eine Million Besucher besuchen an fünf Kirmestagen ihr Volksfest. Sie empfinden die Atmosphäre ihrer Kirmes als „heimelig“ und viele ehemalige Soester kommen zur Allerheiligenkirmes in Soest wieder in ihre Stadt zurück.
Geöffnet ist die Straßenkirmes täglich bis 1:00 Uhr, freitags und samstags sogar bis 2:00 Uhr in der Nacht, bei voller Lautstärke der Musikanlagen. In den Soester Gaststätten endet die Feier meist erst in den frühen Morgenstunden.

Donnerstags findet noch immer der Pferdemarkt, seit 2012 auf den Nelmann-Wall und in der Thomä-Osthofen Gräfte statt. An den Straßenrändern werden landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge gezeigt. Die Soester Geschäfte, Schulen, Ämter und Banken sind zu dieser Zeit weitgehend geschlossen.
Bis 2021 wurde am Freitag ein Höhenfeuerwerk abgeschossen, dann wurde aus Kosten- und Umweltgründen darauf verzichtet.

Tradition der Soester Allerheiligenkirmes ist nach wie vor das Bullenauge. Das typische Getränk der Allerheiligenkirmes, ein Mokkalikör, der seinen Namen dem typischen Aussehen des servierfertigen Getränks verdankt. Dazu wird in ein Likörglas Sahne so zugegeben, dass das so entstehende Bild mit etwas Fantasie und leichtem Pusten von oben betrachtet einem Bullenauge ähnelt.
Auch der sogenannte Dudelmann ein Magenlikör, wird ausschließlich zur Soester Allerheiligenkirmes ausgeschenkt. Der Verkaufsstand hat auch deshalb Kult-Status, weil an ihm Aufkleber mit flotten Sprüchen („Trinkst du den Dudelmann auf Ex, hast du den allerbesten Sex“) verteilt werden. Die Geschichte des Dudelmanns reicht zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als der alte Weinhändler Ignaz Lücking das Rezept für den „feinen Magenlikör“ erfand.
Ein Verkaufsstand für Honiglikör („Karussell ohne Hydraulik“), der von einem Soester Imker hergestellt und in essbaren Schnapsgläsern aus Waffeln mit Schokoladenüberzug feilgeboten wird. Der Betreiber sorgt unter den Zuschauern und Kunden für gute Stimmung weil er während der gesamten Kirmes mit einem Mikrofon hinter seinem Stand steht und entweder zu Schlagermusik mitsingt oder zuweilen auch sehr lustige Kommentare oder Ähnliches von sich gibt.

Der Allerheiligenkirmes ist auch ein großer Topf- und Haushaltswarenmarkt auf dem Platz an der Rückseite des Rathauses angeschlossen (Vreithof).
Letztendlich gibt es seit 2007 einen historischen Jahrmarkt, der von der Pott’s Brauerei in der Nähe des Marktplatzes. Hier gibt es unter anderem Attraktionen wie: Bogenschießen, Axtwerfen, Eierwurf, Metstände, Grillstände, Stände für Krimskrams und Schmuck sowie mittelalterliche Musik und Gaukeleien.

Schaustellerfamilien in Soest

Es ist tatsächlich so, dass viele Schaustellerfamilien zur Soester Allerheiligen Kirmes eine besondere Bindung haben. So auch die Familie Schoeneseifen, Eltern der Verfasserin.
Dies fußt auch in der Freundschaft zur Familie Eberhard Stork, der bekannten Soester Wagenbau-Firma.

Die ausführliche Biographie erzählt die Geschichte der Eberhard Firma Stork 

© Margit Ramus

In einer Facharbeit einer Schülerin, die in Soest das Gymnasium besucht und eine Arbeit über die Entwicklung der Soester Allerheiligen Kirmes geschrieben, sind interessante Infos zu lesen:

Wie hat sich die Allerheiligenkirmes Soest von Beginn an entwickelt Lea Rohr

 

* Angaben beziehen sich auf aktuelle Studie des DSB 2023
Viele fachkundige und fundierte Informationen wurden von Lothar Horst, seit 2026 Geschäftsführer des Schausteller-Vereins Soester-Börde e.V., übermittelt.  

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