
| Name des Geschäftes | Fliegender Teppich |
| Typologische Bauaufgabe | Schaukel |
| Bauform | Skelettbau |
| Baujahr | 1983 |
| Hersteller | Alfred Weber |
| Erst-Bemalung | Knorrn, Atelier Elfering |
| Dekorationsthema | Orientalische Märchenwelt |
| Bauherr / Inhaber | Bruch > Schmidt > Hartmann |
Baubeschreibung
Aus einer mittelbauartigen Konstruktion ragt ein leicht nach vorne geneigter, großer Mast heraus, an dessen Ende eine Drehscheibe befestigt ist. Darauf ist ein zweiteiliger Ausleger montiert.
Die Fahrgastgondel wird durch eine Parallelführung der Drehkonstruktion im Ausleger stets horizontal gehalten. Die eine Seite endet in einem Gegengewicht und am an deren Ende ist eine große Fahrgastgondel befestigt. Der Grundriss der gesamten Anlage erstreckt sich über 23 x 15 Meter. Der Sockelbereich ist unterteilt in Wartezone sowie Ein- und Ausstiegsebene. Nach vorne ist seitlich auf das Podest der Einstiegsebene ein Kassenhaus gesetzt. Die Rückwand ist bemalt.
Dekoration
1983 wurde Harry Knorrn mit der Malerei der Rückwand des riesigen Orientteppichs beauftragt. Thematisiert wurde die orientalische Märchenwelt aus Tausend und einer Nacht. Knorrn verzichtete meist auf die treue Wiedergabe des Gegenständlichen in Form und Farbe. Er steigerte die Ausdruckskraft der ungebrochenen, klaren, kräftigen Farben auf den großen Flächen der Rückwand.
Die Fahrgastgondel ist der Form des legendären Fliegenden Teppichs nachempfunden. Der Kasse war ein riesiges Zwiebeldach aufgesetzt. Das Zentrum der Drehkonstruktion des im Ruhestand senkrechtstehenden Auslegers wird mit einer Kartusche in Form einer großen Wolke mit aufgelegtem, beleuchtetem Schriftzug 1001 Nacht betont.
Neugestaltung 2005
Im Jahr 2005 erwarb die Firma Hartmann den Fliegenden Teppich und führte eine umfangreiche
Neugestaltung durch. Neben technischen Neuerungen wurde eine neue Rückwand gefertigt und
vom Atelier Elfering bemalt. Form, Funktion und Name der Anlage geboten, an dem orientalischen
Dekorationsthema festzuhalten.
Zu sehen ist eine Folge von szenisch dargestellten Alltagssequenzen vor dem Hintergrund frei gestalteter, orientalischer Gebäude. Es ist eine farbintensive, ausdrucksstarke Kulisse mit Motiven aus Tausend und einer Nacht.
Zum Beispiel kommt links im Bild ein Reisender vor die Tore der Stadt und trifft auf einen schlafenden Jungen. Er hat edle Stoffe mitgebracht, die er den Damen anbieten und verkaufen wird. Die ursprüngliche farbliche Gestaltung der Fahrgastgondel in Form eines Fliegenden Teppichs wurde aufgefrischt und der Standplatz der beiden Skulpturen der orientalischen Männer blieb erhalten. Das imposante Zwiebeldach, das bei Finnendahl verloren gegangen sein soll, wurde
durch eine neue Kassendachbekrönung ersetzt. Auf einer um laufenden kleinen Schmuckdachkante ist die Ansicht einer orientalischen Stadtmauer dargestellt.
Zwei Torhäusern sind Zwiebeldächer aufgesetzt. Die Konturen der Architektur sind beleuchtet.
Provenienz und Verbleib
Die erste Anlage erwarb Theo Lehmann und nannte sie Fliegender Teppich. Sie wechselte später in den „Lagoon Pioneer Village“ in Salt Lake City.
Vorgestellt wird hier die Anlage der ehemaligen Bauherren Viktoria und Oskar Bruch jr. Später gelangte die Anlage nach einem Gastspiel im Wiener Prater und diversen Plätzen in Österreich
unter Koidl in den Vergnügungspark „Fort Fun“ in Bestwig.
1999 erschien sie wieder auf den Volksfesten unter Friedel Finnendahl.
2005 erwarb Michael Hartmann den Fliegenden Teppich. Nachdem die Firma Hartmann den Fliegenden Teppich übernommen hatte, führte sie eine intensive Neugestaltung durch.
Die Anlage ist in gutem Zustand und gegenwärtig auf vielen Volksfestplätzen in Betrieb.
© Margit Ramus
Foto © Mark Schumburg
Knorrn
Break Dance 1 BonnerBreak Dance 1 Dinali
Break Dance 1 Goetzke
Ranger Looping Star Bausch
Ranger Robrahn II > Zinnecker
Ranger Schmidt > Lindig
| Quellen | Ramus 2013. Kat. Nr. 77. |






























