Die Dürener Annakirmes ist auf die Überführung des Annahauptes von Mainz nach Düren im Jahre 1501 zurückzuführen. (Zens & Böhmer 1988. S. 7)
2013 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung des größten Volksfestes der Region zum 375. Mal. Dies wurde gebührend mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Zum Jubiläum organisierte die Kirmesverwaltung ein Orgelwochenende, eine historische Kirmes, eine Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum mit Fotos und Modellen, sowie einem Festumzug.
| Düren | Dürener Annakirmes |
| ursprüngliche Festform | Sakrales Fest |
| 1. Urkundliche Erwähnung | 1638 |
| Brauchtum / Tradition | Am Sonntagvormittag wird mit einer kirchlichen Feier die Annen-Oktav in der Annakirche eröffnet. Am Nachmittag verkünden drei Böllerschüsse den Beginn der Kirmes; anschließend findet ein Platzkonzert statt. |
| Länge der Veranstaltung und Termin | 9 Tage; Beginn jeweils am Samstag nach dem St. Annafest am 26. Juli |
| Besucherzahl* | etwa 800.000 |
| Stammbeschicker** | Loosen > Autoskooter Kipp > Riesenrad Cremer >> Imbiss Schleifer >> Pferdekarussell, Fahrt ins Paradies |
* Angaben beziehen sich auf die jüngste Studie des DSB 2023
** Schaustellerfirmen, die länger als 30 Jahre regelmäßig an der Annakirmes teilnehmen
Petzoldt schrieb dazu:
[…] „Die Annakirmes ging aus einem Feiertag zu Ehren der Kirchenpatronin, der hl. Anna, am 26. Juli hervor.
Die Annareliquie soll im Jahr 1501 durch den aus dem benachbarten Kornelimünster stammenden Steinmetzten Leonhard von Mainz, wo er sie im Dom unter altem Gerümpel gefunden hatte, nach Düren gebracht worden sein.
Wann die Anna-Kirmes oder, wie sie früher hieß, der Anna-Markt entstanden ist, kann nicht sicher festgestellt werden, weil bei dem Stadtbrand von1543 alle Urkunden vernichtet wurden. Es darf aber angenommen werden, dass vor 1506 kein Anna-Markt stattfand, da während des von 1501-1506 dauernden Prozesses um den Besitz der Anna-Reliquie die Stadt Düren im Kirchenbann war und daher kein Annafest gefeiert wurde.
1510 berührten aber schon Zehntausende Pilger im Anschluss an die Aachener Heiligtums Fahrt auch Düren, wo sie die Mutter Anna verehrten, Zweifellos hat um diese Zeit in Düren auch ein Anna-Markt bestanden.
Da die auswärtigen Kaufleute, zum Schaden der einheimischen Händler schon drei Tage vor und noch drei Tage nach dem Annatag ihre Waren anboten, legte die Stadt im Juni 1654 Beschwerde bei dem kaiserlichen Notar ein.
Die erste Nachricht über die Dürener Jahrmärkte ist in einem Ratsbeschluss vom 18.9.1638 über das Marktrecht der Leinenhausierer enthalten, denen zwar das Hausieren verboten, dagegen aber freigestellt wird, „ihre Waren auf beiden Haupt- und Beimarkt-Tagen den ganzen Tag über öffentlich auszukramen, feil zu haben und zu verkaufen…“ an einem durch den Bürgermeister zugewiesenen Platz.
Noch einmal gibt es wegen der auswärtigen Händler Streit. Ein Aktenstück vom 20. Februar 1665 weist, dass, wie es wörtlich heißt, „seitens der Dürener Krämerzunft“ Einspruch gegen das Erscheinen der Händler erhoben wurde. Die Entscheidung über diesen Einspruch war sehr knapp, 11 stimmten für und 10 gegen die Beibehaltung des Marktes; der Annamarkt blieb erhalten und erfreute sich zusehends größerer Beliebtheit. Wir lesen, dass schon 1660 der Herzog von Jülich, so wie häufig seine Vorgänger, das Annafest und die Annakirmes besuchte. Im Jahr 1663 beschloss der Magistrat der Stadt auf die Nachricht, dass der Landesfürst der Annakirmes beizuwohnen gedenke, 3-4 Ohm Wein einzukaufen und ihn damit zu beschenken.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts waren sämtliche Jahrmärkte infolge der Kriegsereignisse eingegangen.
Erst 1715 beschloss der Rat, die Jahrmärkte wieder einzuführen; mangels Beteiligung wurden sie jedoch nicht abgehalten. Es bedurfte eines weiteren Ratsbeschlusses vom 6. April 1726, um die Jahrmärkte am 24. Februar, 25. Juni, 26. Juli und 2. Oktober endgültig einzurichten. Am 30. Juli 1729 führte der Rat für den 16. August noch den Rochus Markt ein und bestimmte, dass alle Jahrmärkte 3 x 24 Stunden dauern sollten. Die Markttage wurden jeweils durch Schellengeläute eröffnet; vorher durfte nicht verkauft werden.
Aus dem ersten aktenmäßigen Bericht vom 10. Februar 1817 über den Markt unter preußischer Herrschaft ist zu ersehen, dass der Markt zwar nach dem Gesetz nur drei Tage dauerte, sich aber tatsächlich im Anschluss an das kirchliche Fest inzwischen auf acht Tage verlängert hatte.
Am 22. Juli 1818 entschied der Dürener Landrat, dass der Markt acht Tage dauern dürfe.
Seit 1897 findet die Dürener Annakirmes, die sich bis dahin im Weichbild der Stadt abgespielt hatte, auf dem Wiesengelände am Wasserwerk statt. Mehr und mehr wurde schon im 19. Jahrhundert der ursprüngliche Handelsmarkt durch die Kirmes mit ihren Volksbelustigungen abgelöst.“ Petzoldt, S. 238
| Quellen | Zens & Böhmer 1988 |
