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Augsburger Plärrer

1900 Augsburger Plärrer
 

„Augsburg besitzt als alte Reichs- und Handelsstadt eine ausgeprägte Markt-und Volksfesttradition. Zu den ältesten, fast über tausendjährigen Jahrmärkten gehören die Dulten, die zweimal jährlich an Georgi und an Michaeli, d.h. im Frühjahr und im Herbst stattfinden.
Diese Dulten waren reine Waren- und Verkaufsmärkte; sie wurden mitten in der Stadt abgehalten, und es waren fast alle Gewerbe darauf vertreten, die Schuh- und Korbmacher ebenso wie Kürschner, Kammmacher und Spielwarenhändler.
Daneben gab es natürlich auch zahlreiche Stände und Konditoreibuden, die für das leibliche Wohl der Jahrmarkt Besucher sorgten, die aus dem gesamten Umland hereinströmten.
Mit der Zeit stellte sich auch immer mehr Fahrendes Volk ein, Straßenmusikanten und Marktschreier sowie Schausteller mit Karussells und Panoramen, Schießbuden und anderen Attraktionen.
Da dies allmählich den Verkaufsbetrieb nachhaltig, störte und die Bürgerschaft zu sehr belästigte, wurden 1878 sämtliche Unterhaltungs- und Vergnügungsbetriebe auf den kleinen Exerzierplatz (auf dem immer geschrien, „geplärrt“ wurde) verlegt.
Damit war der „Plärrer“ als Vergnügungsmesse geboren, und die Dulten konnten ihren Charakter als Warenmärkte erhalten. Sie wurden jedoch ebenfalls aus der Innenstadt verlegt; die Michaeli Dult wird seit 1883, die Georgi Dult seit 1885 in der Jakobe Vorstadt abgehalten.“

Augsburger Plärrer 

In Augsburg findet der Plärrer ohne Unterbrechung von 1878 bis zur Gegenwart statt.
Die chronologisch fortlaufende Liste wurde in der Festschrift 125 Jahre Augsburger Plärrer veröffentlicht:

1932 „Das Augsburger Volksfest  wächst Jahr für Jahr. Achterbahn, Steilwandfahrer und Krokodilschau gehören zu den Attraktionen.“
1934 „Nationalsozialistische Stadtverwaltungen übernehmen hier und dort — beispielsweise in Nürnberg — die Ausrichtung des Volksfestes. Altdeutsche Traditionen und historisches Volksgut im Sinne der NS-Propaganda spielen auf dem Rummel zunehmend eine wesentliche Rolle.“
1938 „Der Plärrer ist so groß wie nie zuvor.“  Von 130 Schaustellern mit 36 großen Geschäften wird berichtet. 
1939 nehmen 135 Schaustellerunternehmen am Plärrer teil.
1940 geht es abwärts. „Kriegsbedingt ist mancher Schausteller an der Plärrerteilnahme verhindert.“
1941 „Noch läuft das Volksfest.“
1942 werden auf einem Teil des Geländes Barackenlager für Gefangene und Ausgebombte erstellt.
1943 „Zum letzten Mal findet unter NS-Herrschaft im August ein Plärrer statt.“
1944 wird „die Festfläche erheblich eingeschränkt.“
1945 „Nur ein Notplärrer mit gerade mal an die zehn Schausteller findet statt.“
1946 „Auch im ersten Nachkriegsjahr fällt der Plärrer bescheiden aus.“
1947 „Es geht aufwärts, die Zahl der Geschäfte steigt auf über 50 und es gibt ein Bierzelt.“  (Augsburger Plärrer 2003. S.98f)

 

Augsburger Plärrer 2003. S.98f

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