Schaustellerbranche im Spiegel der Tagespresse A - Z

1968 Bad Neuenahr Blick hinter die Kulissen einer Kirmes

Die Kirmes ist da!
Mit großen Augen schaut klein Peterle seine Mutti an, bettelt und klatscht in die Hände:
„Bitte, lass uns Reitschulfahren gehen.“
Was kann eine liebe Mama da anderes tun, als den Wunsch des Steppke zu erfüllen?
Aber weder Mama noch ihr Liebling werden jetzt am Wochenende bei ihrem Besuch auf der Kirchweih wohl darüber nachdenken, wie hart die Schausteller arbeiten müssen.

Die ® schaute vorgestern einmal hinter die bunten Kulissen der kleinen Kirmesstadt.
„Achtung, stolpern Sie nicht“, riefen einige Arbeiter, als es hieß, wie ein Artist über die verstreuten Bretter zu balancieren, um zu einem Wohnwagen zu gelangen.

Herzlich war die Aufnahme bei Familie Schoeneseifen, den Besitzer des wohl beliebtesten und rasantesten Karussells: der Jaguar-Bahn. 
Der Schausteller meinte zu Anfang, es wäre gemütlicher, bei einer guten Tasse Kaffee und einem großen Stück Obstkuchen mit Sahne zu plaudern.

Jede Woche in einer anderen Stadt zu arbeiten, zu wohnen und zu schlafen, das ist das Leben der Schausteller. Es gehört also viel Liebe zu diesem Beruf.
Nur vier Tage in der Woche laufen die Karussells und klingt das Geld in der Kasse. Dann heißt es wieder: abbauen, weiterfahren, aufbauen.

Etwa zwei Tage brauchen die Arbeiter, die gleichzeitig Schreiner, Elektriker, Schlosser und Anstreicher sein müssen, um die Bahnen zu errichten.
Rund 9000 kleine bunt leuchtende Neonbirnchen werden alleine für die Jaguar-Bahn benötigt. Wichtig ist es für die neuesten Schallplatten-Hits zu sorgen, um den Geschmack der jugendlichen Schlagerfans zu treffen; denn gerade auch die Musik lockt an.

Abschrift vom originalen Zeitungsartikel © Margit Ramus

M.H. R. Bad Neuenahr 10 / 1968

 

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