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Patzer III.

Horst Patzer 1970. © Archiv Patzer

Lebensdaten von HORST PATZER

Nachdem Karl Patzer ganz plötzlich, während der Arbeit an einem Karussell im Betrieb von Friedrich Heyn verstarb, vollendete sein Sohn Horst seine Arbeit. Horst Patzer war inzwischen auch schon als „Karussellmaler“ tätig. Er war nun bereits in der dritten Generation als „reisender Karussellmaler“ wie ihn seine Frau nannte, tätig. Horst Patzer begann übers Land zu fahren, um von Platz zu Platz die alten Fassaden zu restaurieren. Er arbeitete oft unter freiem Himmel.

Horst Patzer übermalte die Barockfassaden der älteren Schaustellergeschäfte, die im Westen Deutschlands von technischen Neuheiten längst abgelöst worden waren. Im Gegensatz zu den westlichen Dekorationen wurde im Osten Deutschlands an den Schmuckdachkanten auch der Krieg thematisiert, wie einige aus dem Archiv der Familie Patzer zur Verfügung gestellten Fotografien von Autoskootern und einer Rakete belegen.

Im Gegensatz zu Westdeutschland galt in der ehemaligen DDR das Malen eines Karussells als seltenes und edles Handwerk. Die Berufsbezeichnung „Karussellmaler“ (Schaustellermaler) war anerkannt, wie einige Zeitungsartikel und die Erzählungen der Witwe bestätigen. Am 20. April 1985 hieß es in den „Neuesten Nachrichten“:

„Ein wahrlich ungewöhnlicher Beruf, ist doch Horst Patzer heuer seines Zeichens der einzige in der Zunft der Karussellmaler in der DDR!“

© Dr. Margit Ramus

Ramus 2013. S. 123-126.
Gespräche der Verfasserin mit der Witwe und der Tochter Andrea in Chemnitz im Juni/2006.
Unbekannte Zeitungsartikel datiert auf das Jahr 1928.
Neuste Nachrichten. Chemnitz. Ausgabe vom 20. April 1985.
Pössnick und Umgebung Lokal. Ein Neustädter der Karussells malte. Ausgabe vom 24. September 1994.

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