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Patzer II.

Auschnitt aus der ortsansässigen Presse von 1928, in der Karl Patzer als berühmter Kunstmaler bezeichnet wird. © Archiv Patzer

Lebensdaten von KARL PATZER 1894–1955.

Bereits dem Vater Alfred Patzer I.  war das Talent seines Sohnes nicht verborgen geblieben und er hatte dessen fachliche und künstlerische Ausbildung unterstützt.

Der Erste Weltkrieg, eine Verletzung in Verdun und eine lange Lazarettzeit wegen eines amputierten Fußes hinderten Karl nicht daran, ein Studium an der Kunsthochschule in Weimar und eine Ausbildung an der Malerfachschule in Buxtehude abzuschließen.

Nach der Rückkehr zur Familie begann Karl Patzer II., genau wie der Vater, bei den Firmen Hitzig, Hübner und Heyn als Schaustellermaler zu arbeiten. 1920 meldete er im „Komet“ sein Gewerbe an.
In einem überlieferten Zeitungsartikel aus dem Jahr 1928, ohne weitere Angaben, heißt es: „es begannen damit seine Wanderjahre“. Denn neben den Aufträgen von den Karussellbauern fuhr Karl Patzer in alle Teile Deutschlands und führte Schaustelleraufträge aus.
Welchen Stellenwert Karl Patzer in der Gesellschaft hatte, zeigen drei kleine Ausschnitte aus der Tagespresse, die ihn als Kunstmaler ehren.

Trotz vieler kleiner Aufträge malte Patzer Postkarten, um seine vier Kinder zu ernähren. Anfang der 1930er Jahre ging es wieder bergauf, und Patzer bekam erneut Aufträge, ganze Fassaden von Schaustellergeschäften zu gestalten. Er malte – dem Geschmack der Zeit entsprechend – figürliche Malerei. Die Bildinhalte der aneinandergereihten Tafeln der Schmuckdachkanten mit plastisch gemalten Stuckrahmen umfassten Amoretten, Blumengebinde, Landschaften, Jagdszenen, Märchen und Sagen.

Karl Patzer starb 1955 mit 61 Jahren während den Arbeiten an einem Karussell bei Heyn.

© Dr. Margit Ramus

Ramus 2013. S. 123-126.
Gespräche der Verfasserin mit der Witwe und der Tochter Andrea in Chemnitz im Juni/2006.
Unbekannte Zeitungsartikel datiert auf das Jahr 1928.
Neuste Nachrichten. Chemnitz. Ausgabe vom 20. April 1985.
Pössnick und Umgebung Lokal. Ein Neustädter der Karussells malte. Ausgabe vom 24. September 1994.

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