Glossar

Begriffe aus der Schausteller-Branche

Reisegewerbekarte

Mit der Einführung der Gewerbeordnung im Jahre 1794 erhielt das Fahrende Volk unter dem Begriff Reisegewerbe eine Gewerbefreiheit.  Von den zuständigen Behörden wurden begrenzte Konzessionen für Schausteller, eine bestimmte Zeit in einem gewissen Territorium zu reisen ausgestellt, die in der Reisegewerbekarte dokumentiert wurden. Belegt ist, dass am 9.11.1864 von der Königlichen Bezirksregierung Arnsberg der Witwe […] Mehr lesen →

Reiseroute

(Schausteller-Umgangssprache): nennt der Schausteller den Terminplan seiner Veranstaltungen, die er im Laufe einer Saison besucht.

Rollende Tonne

(Schausteller-Umgangssprache): Eine zweischaalige, waagerecht liegende Röhre, deren innere Röhre sich dreht. Sie ist meist als Spaßfaktor in oder direkt neben einem Belustigungsgeschäft integriert. Z.B. Im Hof-Freu-Haus.

Säulenverkleidung

(Umgangssprache/Schausteller): Ab den 1950er werden die tragenden Stützen der Dachkonstruktion vom Autoskooter und später auch von einigen Karussells mit Kunststoffblenden dekorativ verkleidet.

Schaubude

(Amtssprache/Schausteller-Umgangssprache): Einrichtung, in der Personen ohne vorwiegend aktive Beteiligung unterhalten werden durch Ausstellung von Kuriositäten, Abnormitäten, Haien, Reptilien, Wachsfiguren, persönliche Darbietungen usw.
Bis zum Zweiten Weltkrieg waren besonders Siebolds Schaubuden auf Deutschlands Volksfesten vertreten.
Zu den sogenannten Schaugeschäften werden auch Boxbuden zugeordnet. Dort werden im Innern des Zeltbaus Boxkämpfe ausgetragen. In dem vorgelagerten Wagen auch Parade genannt, werden die Kämpfe angepriesen und die Zuschauer und eventuelle Boxer aus der Zuschauermenge angeworben.