Berufsorganisationen in Köln A - Z

Geselligkeitsverein Kölner Schausteller

Geselligkeitsverein Kölner Schausteller . 90-jähriges Stiftungsfest Januar 1987 © Archiv Ramus

Geselligkeitsverein Kölner Schausteller, der eigentlich noch immer „Verein reisender Schausteller und Berufskollegen“ heißt.

Chronik des Vereins

Im Jahre 1897 wurde der Verein
Reisender Handelsleute, Schausteller und Berufsgenossen,
von den Kollegen Jakob Spiero, Josef Jansen, Heinrich Zimmermann, Leo Saiß und Josef Dorf gegründet.
Dieses beurkundet das Protokollbuch vom 12. März 1897. 

In dem Festschrift zum 90. Vereinsjubiläum im Jahre 1987 ist geschrieben, dass Morgen des 25. Januar 1902 eine Generalversammlung stattgefunden hat und am Abend des gleichen Abend das erste Stiftungsfest im Brauhaus zum Bieresel gefeiert wurde. 

An der Generalversammlung hatten folgende Kollegen teilgenommen: 

Friedrich Delcour 
A. Former
Wilhelm Klauer
Heinrich Schoeneseifen
Harry Bruch
Franz Kropp
Wilhelm Willems
Oskar Bruch
Wilhelm Kleiner
Willy Osselmann
Karl Kaufmann

Heinrich Krumbein
Franz Wiesberg
Wilhelm Schiffer sen.
Theodor Bläser
Fritz Andersen
Heinrich Clasen
Karl Förster
Karl Gabriel
Karl Odenbach
Erst Eller
Heinrich Jung

Damen werden nicht aufgeführt. Obwohl es ein Verein für alle Kölner Schausteller und Schaustellerinnen war.

Am 1. April 1936 erfolgte die Zwangsvereinigung aller beruflichen Organisationen in die „Wirtschaftsgruppe ambulantes Gewerbe“.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die „Wirtschaftsgruppe ambulantes Gewerbe“ wieder aufgelöst und es entstanden Berufsorganisationen und auch Geselligkeitsvereine.

Aus dem ehemaligen Verein Reisender Handelsleute, Schausteller und Berufsgenossen wurde der „Verein reisender Schausteller und Berufskollegen“ .

Am 20. Juli 1948 wurde der Verein unter dem Namen „Verein reisender Handelsleute, Schausteller und Berufsgenossen“, im Lokal Kaiser, Köln-Mülheim wieder ins Leben gerufen.

In den Vorstand wurden die Kollegen Hubert Langenfeld, Peter Bröhl, Jean Rosenzweig, Jean Fuhs, Rudolf Köhler, Wilhelm von der Gathen und Willi Köster gewählt.

Wann der Verein in den Geselligkeitsverein Kölner Schausteller umbenannt wurde, muss noch erkundet werden.

Der Verein ab den 1960 Jahren

In den folgenden Jahren wechselte die Führung des „Geselligkeitsvereins“ unter den Vorsitzenden, Theo Rosenzweig, Albert Kleiner, Karl-Heinz Flohr, Josef Ostländer, Karl van Hees, Rudolf van Hees, Albert Kleiner, Rudolf van Hees und Manfred Ramus.

Von 1985 bis ….. wurde der Verein von Fredy Lehmann und seinen Vorstandsmitgliedern geführt.

Später wurde Theo Hardt zum 1. Vorsitzenden gewählt und inzwischen wird der Verein von Oti Weber geführt.

90-jähriges Stiftungsfest  im Jahre 1987

Anlässlich des 90-jährigen Stiftungsfest  im Jahre 1987 wurde vom Geselligkeitsverein Kölner Schausteller zu einem Galaball am 30. Januar 1987 ins Hotel Mondial geladen. 
Das Motto des Abends lautete:
So wird’s nie wieder sein !

Grußwort von Norbert Burger 

„Wer viel herumkommt, viel Interessantes erlebt und mit vielen Menschen zusammen-kommt, der hat stets viel zu erzählen. Und wo kann man das besser, als unter Freunden in gemütlicher Runde.

So etwa entstand im Jahr 1897 der „Verein Reisender Handelsleute, Schausteller und Berufsgenossen“, der heute als „Verein Reisender Schausteller und Berufsgenossen Köln“ sein 90 jähriges Bestehen feiern kann.

Sicherlich gab es für die Vereinsleitung und für alle Mitglieder persönlich viele Höhen und Tiefen; zwei Kriege und unsichere Zeiten hinterließen ihre Spuren, aber immer wieder traf man sich zum anregenden Gespräch, zur Diskussion und natürlich auch zur Pflege netter Geselligkeit. Und so kann nun am 30. Januar 1987 mit Stolz dieses Jubiläum begangen werden.

Gern habe ich die Schirmherrschaft über ihre Veranstaltung übernommen und wünsche Ihnen nicht nur für den Jubiläumstag, sondern auch für die kommenden Jahre weiterhin ein harmonisches und fröhliches Miteinander.“ 
Norbert Burger
Oberbürgermeister der Stadt Köln

Grußwort von Johannes Rau

„Zum neunzigjährigen Bestehen des Geselligkeitsvereins der Kölner Schausteller und Kaufleute begrüße ich alle Mitglieder, Freunde und Gäste herzlich.
Das Schaustellergewerbe hat hier bei uns in Nordrhein-Westfalen eine lange Tradition.
Viele unserer Volks- und Schützenfeste sind über die jeweilige Region hinaus bekannt.

Wer denkt bei „Pützchens Markt“ nicht an Bonn, bei der „Annakirmes“ nicht an Düren oder bei der „Cranger Kirmes“ nicht an Herne? 

Diese Feste ziehen Hunderttausende in ihren Bann. Sie verdanken ihre große Anziehungskraft nicht nur dem Brauchtum, sondern auch den Schaustellern, die mit ihren attraktiven Angeboten für Freude und Kurzweil sorgen.

Und welcher Beruf ist schöner als der, anderen Menschen Freude zu bereiten?
Auch in unserer so kühlen und nüchtern denkenden Gesellschaft ist der Beruf des Schaustellers immer noch von einem Hauch von Abenteuer umgeben. Alle paar Tage in einer anderen Stadt, viel von der Welt sehen, frei und ungebunden sein — das sind wohl die üblichen Vorstellungen, die Außenstehende haben.

Die harte körperliche Arbeit, das durch Wetterabhängigkeit unsichere Einkommen, der Zwang, sich dem rasch wandelnden Publikumsgeschmack durch immer neue Attraktionen anpassen zu müssen — das alles wird meist übersehen.
Und dass auch wirklich gute Ideen manchmal fehlschlagen, zeigt das Beispiel „Kölner Tivoli“, das nicht nur am Hochwasser scheiterte. . .

Es ist also nicht leicht, Schausteller zu sein – wie vieles, was von außen so einfach aussieht.
Beim Jubelfest sollte über dem Rückblick aber nicht die Zukunft vergessen werden, die die Schausteller immer wieder vor die Aufgabe stellt, Volksfeste zu Stätten der Erholung und Entspannung für viele Mitbürger zu machen.

Und noch eines kommt mir in den Sinn: Bei den Schaustellern ist das Gespür für Solidarität wie in keinem anderen Beruf erhalten geblieben. Sie „vererben“ nicht nur Geschick, Begabung, Fähigkeiten und Talent, sondern auch die jahrhundertealte Erfahrung, dass Hilfe-erhalten-Wollen Hilfsbereitschaft voraussetzt. Schausteller halten, über alle eigenen Ziele hinaus, seit Generationen fest zusammen; es wäre schön, wenn möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger vom nächsten Kirmesbesuch gut unter-halten und mit dem Gefühl nach Hause kämen, in der Solidarität mit den Mitmenschen den Schaustellern ein wenig nachzueifern.“
Johannes Rau
Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

Grußwort von Dr. Heribert Blens

„Seit 1897 besteht im Verein Reisender Handelsleute, Schausteller und Berufsgenossen Köln der Geselligkeitsverein. Nach den Wirren eines schrecklichen Krieges wurde der Geselligkeitsverein 1948 wiederbelebt.

Die Schausteller können in diesem Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass möchte ich dem Vorsitzenden Fredi Lehmann und dem gesamten Verband herzlich gratulieren. Ich hoffe und wünsche, dass die Schausteller auch in den kommenden Jahren weiter zur Freude von Groß und Klein beitragen.
Die großen traditionellen Kirmesveranstaltungen des Rheinlandes, Pützchensmarkt und Annakirmes, sind ohne die Schausteller gar nicht denkbar.
Mit freundlichen Grüßen“
Dr. Heribert Blens
Bürgermeister der Stadt Köln

 

Anmerkung der Verfasserin: Wo bleibt die Erwähnung des Kölner Frühlingsvolksfest ? Welches eine ebenso lange Geschichte hat wie die erwähnten Großveranstaltungen.

Weitere Angaben folgen. 

© Margit Ramus

Festheft anlässlich des 90-jährigen Stiftungsfest des Geselligkeitsverein Kölner Schausteller. 30.01.1987. Original im Besitz von Margit Ramus

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