Berufsorganisationen in Köln A - Z

Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller

20 Jahre  Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller von 1960-1980 zeichnen ein Bild der Kölner Volksfestkultur, die in keiner Stadt ihresgleichen findet.

Ab 1950 Gründung neuer Berufsorganisationen  

Anfang der 1950er Jahre hatte Willi von der Gathen den Schaustellerverband e.V. – Sitz Köln gegründet, der dem Deutscher Schaustellerbund e.V. Sitz Berlin, kurz DSB,  angeschlossen wurde. 

Zehn Jahre später, im Jahre 1960, wurde der Bezirksverband des Ambulanten Markt- und Schaustellergewerbes für den Regierungsbezirk Köln-Aachen e.V. Sitz Köln gegründet. Er war als Regionalverband der Hauptvereinigung des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller in Deutschland e.V. (HAGD) angeschlossen. Die HAGD wurde 1993 in Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V., kurz BSM, umbenannt.
Bei Gründung gliederte sich der Verband in sieben Fachgruppen. In der Fachgruppe I  Schausteller  waren viele Kölner organisiert, die ihr Gewerbe nach Schaustellerart ausführten.

1961 Bildung der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller 

Die Gründung des Bezirksverbands mit der Differenzierung in einzelne Fachgruppen, hatte zur Folge, dass die Stadt Köln den beiden ortsansässigen Berufsverbänden, dem Bezirksverband und dem Kölner Schaustellerverband  e.V.  die Organisation der Karnevals-Kirmesveranstaltungen und des Oster-Volksfestes übertrug. 
Deshalb wurde 1961 die Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller gebildet, die aber keine Rechtsfähigkeit besaß. Sie bestand aus dem jeweils amtierenden Fachschaftsleiter der Fachgruppe I des Bezirksverband des Ambulanten Markt- und Schaustellergewerbes, damals Theo Rosenzweig, und dem jeweils gewählten 1. Vorsitzenden des Schaustellerverband e.V. Sitz Köln, damals Walter von der Gathen. Zu den Versammlungen der Arbeitsgemeinschaft hatten alle Schausteller der Region ohne spezifische Vereinszugehörigkeit Zugang.

Die Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller war eine pragmatische Lösung. Auf diese Weise erhielt die Stadt einen Ansprechpartner für die Organisation von Volksfesten und beide Kölner Berufsorganisationen der Schausteller  waren gleichermaßen beteiligt, wenn auch indirekt, denn die Satzung des DSB schloss das Veranstalten von Volksfesten aus und erlaubt es bis heute nicht.

Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller

Nach Bildung der Arbeitsgemeinschaft trafen die beiden Vorsitzenden aus beiden Vereinen zusammen mit je einem ihrer Beisitzer die Entscheidungen über Zu- und Absagen an Schausteller zur Mitwirkung am Ostervolksfest.

Die Verträge für die Karnevalsveranstaltungen hingegen wurden vom Liegenschaftsamt direkt ausgegeben, lediglich die Vorentscheidung zur Auswahl, die Auflistung der Beschicker und die Gestaltung der Plätze oblag der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller. 

In jedem Fall war das Liegenschaftsamt der Stadt Köln die oberste Instanz bei den Durchführungen der Feste und die Anträge mussten direkt bei der Stadt eingereicht werden. Dabei ging es um vielerlei Genehmigungen, wie zum Beispiel für die Zeiträume des Auf- und Abbaus.

Die Unterbringung aller Kölner Schausteller auf den Plätzen war die Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller, nachdem die Vergaberichtlinien der Vorkriegszeit, die Teilnahme von Schaustellergeschäften an einer Veranstaltung in Form von Versteigerung oder Verlosung durchzuführen, direkt nach Kriegsende aufgehoben worden waren. Doch noch in den 1970er Jahren soll mit dieser Möglichkeit von Seiten der Stadt immer mal wieder gedroht worden sein.

Wir haben bei der Stadtverwaltung einen Mann bekommen, der rigoros vorgeht. Er sagte, kommen Sie mit einer Liste herauf. Sollte dies nicht möglich sein, wird verlost oder versteigert.“ (Vers. 24.01.1972)

1960er Jahre Sorgen um die Plätze 

Die neue, eingeschränkten Selbstverwaltung vereinfachte die Situation für die Schausteller (die Vergabe erfolgte ja durch die Stadt) keineswegs.
Zu Karneval waren die innerstädtischen Plätze beschränkt und klein. Dazu kamen die Sorgen, ob die Plätze zu Karneval von der Stadt Köln überhaupt zur Verfügung gestellt wurden oder die schriftlichen Zulassungen zur Bebauung der einzelnen Kölner Plätze nicht erst in letzter Minute erfolgten, sodass die Arbeitsgemeinschaft nicht frühzeitig planen konnte. All dies, obwohl die Kölner Bürger ihre Karnevals-Kirmesveranstaltungen liebten und die Stadtkasse, das Finanzamt sowie viele Handwerksfirmen und Lieferanten davon profitierten. Denn auch die Schausteller waren mittelständige Betriebe, die in Köln ihre Abgaben zahlten.

Dazu eine Artikel aus dem Kölner Stadt Anzeiger vom 05.12.1962 Original in Bildgalerie

„Von der Stadt die Schau gestohlen
Noch weniger Platz für Buden und Karussells
Sein Gesicht ist krebsrot. Seine Adern schwellen beängstigend an. Zornig ruft er in den Saal: „Wir sind keine Wännläpper. Wir sind ehrliche Steuerzahler. Wir gehören zur Elite der Bürger.“…

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Noch ehe der kleine, stämmige Mann mit dem pechschwarzen Schnurrbart Luft geholt hat, um weiterzusprechen, prasselt der Beifall wie ein Platzregen durch die Ehrenfelder Gaststätte. Rund hundert Kölner Schausteller haben sich versammelt, um gegen eine Entscheidung der Stadtverwaltung zu protestieren: Die fahrenden Unternehmer sollen Karneval 1963 auf die Plätze am Bollwerk und am Sassenhof verzichten.
Kommentar des Leiters der Kölner Schaustellervereinigung, Wilhelm von der Gathen: ‚“Nicht auszudenken, welcher Schaden uns da trifft.’“

Die Gesichter hinter den Tischen sind ernst. Die Absage, die man vor wenigen Tagen im Briefkasten fand, war deutlich genug:  „[…]   trotz allem Verständnis, das die Stadt Köln für Ihre Wünsche aufbringt, ist es nicht möglich, Ihnen das Gelände am Sassenhof und am Bollwerk zur Verfügung zu stellen. Ich kann daher nur auf das Gelände an der Maximinenstraße verweisen …“


Die Schausteller schütteln verständnislos die Köpfe: „Es ging doch in den vergangenen Jahren. Warum will man uns wirklich die Existenz nehmen?“

Wilhelm von der Gathen: „Gerade durch das Karnevalsgeschäft haben viele Kollegen die Möglichkeit, ihre Schulden zu begleichen. Bedenken Sie doch, dass wir durch den Winter praktisch ein halbes Jahr lang ohne Verdienst dastehen.“

Die Schausteller haben keineswegs resigniert. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Theo Burauen, Oberstadtdirektor Dr. Max Adenauer, Stadtdirektor Berge und die drei Fraktionen heißt es:
„. . wir weisen darauf hin, dass seit nahezu 100 Jahren im Stadtgebiet von Köln an Karnevalstagen Schaustellergeschäfte aufgebaut worden sind,und ganz besonders möchten wir an die Nachkriegsjahre erinnern, als die Karnevalsgesellschaften noch keine städtischen Zuschüsse erhielten und uns händeringend darum gebeten haben, die Geschäfte aufzubauen, um mit den von den Schaustellern gezahlten Platzgeldern den Karneval zu finanzieren.“
Als die Stadt nach diesem Schreiben die kalte Schulter zeigte, trommelten von der Gathen und der Leiter der Fachgemeinschaft des ambulanten Markt- und Schaustellergewerbes für die Regierungsbezirke Köln-Aachen, Theo Rosenzweig jr., die Zunftbrüder zu einer Protestkundgebung zusammen.
Fast zwei Stunden lang machen sie ihrem Ärger Luft. „Ich musste 1500 Mark Steuer nachzahlen“, schreit einer der Männer in den Saal. „Hat die Stadt das Recht, uns das Brot zu nehmen? Da kann ich nur Pfui zu sagen. Der Karneval spielt sich in der Innenstadt ab. Wenn man uns nach Deutz spielen würde, dann ist das genauso, als würde ein Geschäftsmann seine Schaufenster in den Hof verlegen.“
Sie können es einfach nicht begreifen, warum die Stadt das Gelände am Sassenhof und am Bollwerk als Parkplätze reservieren will. Das Zentrum ist doch während der Hauptfesttage für Autos gesperrt.
Als Rosenzweig jr. verkündet: „Die Stadt hat über unsere Köpfe hinweg beschlossen, dass wir vom nächsten Jahr an in der Innenstadt keinen Platz mehr bekommen sollen“, fällt das Wort Protestmarsch. „Wir schließen uns dem Rosenmontagszug an“, ruft einer der erregten Zuhörer. „Vor dem Rathaus sollten wir aufmarschieren.“
Der Plan scheint perfekt.
Schon hat man beschlossen, im Polizeipräsidium einen Antrag zu stellen, als der Kölner SPD-Vorsitzende Hans-Jürgen Wischnewski (MdB) ins Lokal eilt und die Wogen wieder glättet. Als er erfährt, dass seine Parteifreunde es bisher abgelehnt haben, eine Delegation der Schausteller zu empfangen, verspricht er:
„Selbstverständlich bekommen Sie vor Weihnachten einen Termin, bei dem die Angelegenheit vernünftig besprochen wird. Wenn Sie jahrelang Platz gefunden haben, wieso dann 1963 nicht?“

Voller Hoffnung machen sich die Kölner Schausteller auf den Heimweg.“ 

Acht Tage später, am 13.12.1962 hatte sich die Situation um die Karnevalsplätze noch nicht entschärft. Ein weiterer Artikel aus dem Kölner Stadt Anzeiger verdeutlicht die Existenznot der Schausteller. Auch dieser Originalbeitrag ist in der Galerie eingestellt.

„Kein Platz für Schausteller?
Protest gegen Rat und Verwaltung
„Wir möchten auch einmal Weihnachten ohne Sorgen feiern können!“ Das war der allgemeine Wunsch der Kölner Schausteller, die sich auf der Protestversammlung in der Ehrenfelder Gaststätte Glasz über Benachteiligungen durch Rat und Verwaltung der Stadt beklagten. Es geht nämlich darum, ob die Schausteller von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch auf dem Sassenhof und am Bollwerk weder ihren Vergnügungspark aufbauen dürfen…

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Mit Hinweis auf den Parkplatzbedarf haben Stadtdirektor Berger und der Liegenschaftsdirektor Professor Pirkel klipp und klar nein gesagt. Die Polizei hat aber keine Bedenken gegen den Schaustellerantrag.
Das Geschäft in der Karnevalswoche ist für die 200 Kölner Betriebe mit 2500 Beschäftigten und Angehörigen im Winter die einzige Verdienstmöglichkeit. Mit dieser Einnahme werden laufende Verpflichtungen und Vorausleistungen für die kommende Saison beglichen.
Für die Stadt Köln bringt der Vergnügungsplatz nach Angaben der Schausteller mindestens 20 000 DM an Platzgeld, Steuer und Stromgebühren ein. Zudem bekommt die Stadt durch die Gewerbesteuer der 200 Kölner Betriebe den steuerlichen Ertrag, der im Laufe des Jahres in anderen Städten erzielt wurde.
Nun soll der Liegenschaftsausschuss am 3. Dezember rigoros beschlossen haben, den Schaustellern in keiner Weise entgegen zukommen. Dazu kam die offizielle Ablehnung der SPD-Rathausfraktion, sich mit den Antragstellern vor Weihnachten noch einmal über die Platzfrage zu unterhalten.
Das brachte die Gemüter vollauf in Wallung. Kommentar:
„Das sind die Stadtväter, die für die Bürger keine Zeit haben, obwohl wir einwandfreie Gewerbetreibende und gute Steuerzahler sind, keinen Vorbestraften unter uns haben. Hat die Stadt Köln das Recht, von uns Geld zu kassieren und uns auf der anderen Seite das Brot zu nehmen?“
Die Mitglieder der SPD empörten sich am meisten.
Es wurde hart gegen Stadtdirektor Berger argumentiert, noch härter gegen Stadtvertreter Erfen.
Der Oberbürgermeister hatte den Schaustellern am 5. Dezember einen ausweichend zurückhaltenden Brief geschrieben, dessen Verlesung Hohngelächter auslöste.
Kommentar des Vorstands: „Dafür haben wir ihm nach den Wahlen immer Blumen und Glückwünsche geschickt!“
Die Meinung des Mitglieds der SPD:
„Die Stöhl op denne die sitze, sin denne zo wärm, losse mer die em Rothuus ens opspringe losse!“
Unter anhaltendem Beifall aller Anwesenden wurden die Vorstände der beiden Schaustellerverbände von der Versammlung verpflichtet, noch vor Weihnachten mit den Rathausfraktionen bzw. der Stadtverwaltung zu verhandeln und eine gütliche Einigung zu erzielen. Gelingt das nicht, so soll ein Protestmarsch die Öffentlichkeit für den Fall interessieren. „Wir machen kein Wildwest, aber wir zeigen dann, dass wir da sind!“ 
Der Ärger der Schausteller wurde noch begreiflicher bei der Feststellung, dass in der Sache bisher 74 mal bei Rat und Verwaltung vorgesprochen worden sei, bis jetzt leider ohne Erfolg.
Weil nun den beruflichen Sorgen ein politisches Feuerchen aufzuflammen drohte, kam eiligst Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Wischnewski aus anderer Versammlung herbei und versicherte, auch als Vorsitzender der Kölner SPD, dass es sich um ein ehrbares Gewerbe mit hervorragenden Steuerzahlern handele, für deren Interessen man auch einstehen müsse.
Jetzt bleibt abzuwarten, wie das Anliegen der Schausteller behandelt wird.
Mit gutem Willen und etwas Herz muss die zufriedenstellende Lösung möglich sein. Oder sollten wir schon so unkölsch denken, dass Joseph Roesbergs „Karussellchesleed“ stadtamtlich verschrottet wird und Pitt-Jüppche das Karussellchen nicht mehr drehen darf? Das wäre eine Blamage, auch für das vielgepriesene gute Kölner Herz.“ KSTAZ 13.12.1962

Heute liest es sich fast wie ein Posse, damals war es rauer Alltag. Für viele Kölner Schausteller galt es ihre Existenz zu sichern, denn der Winter war lang und nur ganz wenige verdienten sich ein Zubrot z.B. mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen und direkt nach Weihnachten bei der Messe zum Sechstagerennen. Den Weihnachtsmarkt gab es in der Nachkriegszeit noch nicht wieder, er wurde erst 1970 das erste Mal seit 1923 wieder auf dem Neumarkt abgehalten.

Ohne Ausnahme wollte jeder Kölner Schausteller eine Verdienstmöglichkeit vor Beginn der eigentlichen Saison zu Ostern haben. Außerdem waren die Karnevals-Kirmes-Veranstaltungen sehr umsatzstark. 
Schon vor Weihnachten begann das Warten um die Zulassung; oft kam sie erst kurz vor Karneval. Nervosität und Aggressionen stiegen von Woche zu Woche an und auf den in kurzen Abständen erfolgenden Versammlungen ging es hoch her.
Streitigkeiten unter Freunden und innerhalb von Familien waren nicht selten. Jeder wollte den größtmöglichen Gewinn zu Karneval machen. 
Vorteile durch Familienbande oder Freundschaften zum Vorstand wurden ausgiebig genutzt. Einige Kölner Schausteller, die zwei oder drei eigene Geschäfte hatten, überließen diese zu Karneval ihren Familienmitgliedern, sodass nicht mehrere Verträge an ein und die selbe Person gingen. Diese Praktiken nahmen in den 1960/70er Jahren explosionsartig zu.

1960-1965 Ostervolksfest 

Zum Ostervolksfest war auf dem Messeparkplatz genügend Platz vorhanden um die meisten Anfragen zur Teilnahme aus allen Teilen der BRD zu berücksichtigen. 

Aber 1960 war der sich bis dato jährlich verlängernden Vertrag mit der Kölner Messe, die dem immer mehr expandierenden Ostervolksfest einen Teil ihrer Parkplätze zur Durchführung überlassen hatte, nicht mehr verlängert worden. 
Die Kölner Schausteller waren in großer Sorge.
Endlich entschied die Stadt den Schaustellern einen angemessenen Standplatz zur Verfügung zu stellen.
Neuer Standplatz für das Ostervolksfest wurde das Gelände an der Constantinstraße im Herzen von Köln-Deutz (heutiger Standort der Lanxess-Arena und der gesamten Bürogebäude), groß und verkehrstechnisch optimal eingebunden in die Infrastruktur.  

Auch auf einer guten Veranstaltung gibt es immer gute und weniger gute Standplätze, die einen großen Einfluss auf den Umsatz haben. Niemand der Beschicker hatte – wie auch heute – ein Anrecht auf einen bestimmten Platz, dennoch glauben auch Schausteller nicht selten an ein Gewohnheitsrecht. So konnte die Arbeitsgemeinschaft auch zum Kölner Ostervolksfest nicht immer die Wünsche eines jeden Einzelnen zur Platzierung berücksichtigen.

Die Vorstände der beiden Kölner Schaustellervereine genossen als Delegierte für die Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller in den 1960er Jahren viele Privilegien, z.B. sich selbst an lukrativster Stelle zu platzieren, ihre Wohnwagen in unmittelbarer Nähe des Geschäftes stehen zu haben, vorzugsweise als erste an die Strom- oder Wasserversorgung angeschlossen zu werden. Nicht selten blieben selbst Familien mit Kleinkindern während der Aufbauphase zum Ostervolksfest tagelang ohne Strom und benötigten am Abend noch das Kerzenlicht.
(Die Verfasserin als Zeitzeugin erinnert sich, dass Wohnwagen einiger Familien am Abend hell erleuchtet waren und andere sich eine provisorische Leitung teilten um Kühlschränke und die nötigsten Elektrogeräte zu benutzen. Trockner kannte man noch nicht und die Waschmaschinen durften erst nach Anschluss des Geschäftes an die Hauptstromversorgung eingeschaltet werden.)
Aber die meisten Schausteller nahmen diese Einschränkungen in Kauf, um keine Absage zur Veranstaltung oder eine schlechte Platzierung zu riskieren.

In der Regel wurden einmal gewählte Vorstandsmitglieder der beiden Mitgliedsvereine per Akklamation in ihren Ämtern bestätigt. Dadurch blieben anderen Kölner Schaustellern, insbesondere der jüngeren Generation beider Vereine, nur die Versammlungen als Plattform sich gegen vermeintliche  Ungerechtigkeiten aufzulehnen. Oft ging es sehr lautstark und emotional zu. Beleidigungen wurden in den Raum geworfen, für die sich meist noch am selben Abend entschuldigt wurde.

1965 Das Ende eines großartigen Platzes

Nach fünf Jahren war aber auch dieser Platz an der Constantinstraße für die Kölner Schausteller nicht mehr sicher. Wieder war ein neuer Festplatz im Gespräch, weil die Stadt Köln einen Teil des Geländes der Verkehrswacht als Verkehrsübungsplatz vermietet hatte. 
Neue Sorgen bahnten sich an.
Im Kölner Stadt Anzeiger vom 15.04.1965 wurde berichtet:

„Die Karussells mussten diesmal in großen Pfützen aufgebaut werden.
Kölns Schausteller zum Osterfest verschaukelt? 
Undurchsichtiges Spiel der Verkehrswacht — Gefährliche Situationen auf dem Übungsplatz

Auf dem Festplatz am Druckhaus Deutz sind die Vorbereitungen für die große Osterkirmes im vollen Gange. Blitzblank stehen die Schaubuden und Wohnwagen in Reih und Glied.
Gerüste wachsen empor, Karussells werden aufgebaut.
Doch die Schausteller sind verbittert. Theodor Rosenzweig (45), Vorsitzender des ambulanten Gewerbes und des Schausteller-Verbandes: „Wir haben das Gefühl, dass man uns vom Deutzer Platz verdrängen will. Das Kölner Oster-Volksfest ist in Gefahr.“…

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Bei einem Rundgang über das Gelände erklärt Theodor Rosenzweig die Lage.

Seit Jahren sind wir Ostern auf dem Platz, haben ihn mit vielen Unkosten entrümpelt und populär gemacht. Und jetzt sitzen wir in der Patsche: man hat uns so wenig Raum gelassen, dass wir rund 200 Fahrzeuge nicht unterbringen konnten und auf weit entfernten Parkplätzen abstellen mussten.
Diese zusätzlichen Wege kosten uns Zeit und Geld. Dazu lässt die Verkehrswacht auf einem Teil des Geländes ihren Übungsbetrieb weiterlaufen.
Das kann bei vielen Kinder und Menschen hier zu skandalösen Unfällen führen. Wir glauben fest, dass diese unglückliche Regelung nicht mit dem Einverständnis der Polizei getroffen worden ist.“
Umsatz ging zurück
Den Schaustellern auf dem Deutzer Platz ist die Kölner Verkehrswacht ein Dorn im Auge. Das begann im vorigen Jahr, als sie kurz vor Ostern plötzlich feststellten, dass die Verkehrswacht das Gelände von der Stadt gemietet hatte und für Übungsfahrten der Führerscheinanwärter einrichtete. Otto Milker (42), Besitzer eines Spielpavillons, erläutert: „Der ganze Platz war ein Baugelände. Wenn es regnete, versanken wir fast im Morast. Wir hatten 30 Prozent weniger Umsatz. Und in diesem Jahr kam es noch schöner.“

Theo Rosenzweig dazu: „Es wurde uns deutlich, dass das Ganze ein Verdrängungsmanöver ist. Bei den Verhandlungen mit der Stadt Ende Februar hat man uns einen großen Teil des Geländes schon gar nicht mehr überlassen. Von der Stadt wurde obendrein vertraglich festgelegt, dass wir der Verkehrswacht ein Entgelt zu zahlen haben.“

An diesem Punkt des Gesprächs in einem der gemütlichen Wohnwagen schaltet sich Heinrich Keim, der Vorsitzende des Kölner Schaustellervereins,  [ein] „[…] und als wir den Platz schon vermessen hatten, kamen Angestellte von der Verkehrswacht und sperrten uns zusätzlich 600 Meter von dem Gelände, für das wir gezahlt haben.“

Theodor Rosenzweig: „Es ist uns unerklärlich, warum man den Übungsbetrieb während des Volksfestes weiterlaufen lassen will. Das kann nicht gut gehen. Schon gestern bekam einer der Anfänger, als er vom Übungshügel heruntersollte, die Kurve nicht und fuhr in den Schotter dicht an der Absperrung. Vielleicht hätten da Kinder stehen können.“

Die Schausteller haben der Verkehrswacht vorgeschlagen, den gesamten Übungsplatz für die Kirmestage freizugeben. Sie hätten mehr Raum, und Unfälle könnten vermieden werden. Aber die Verkehrswacht schweigt. Von den Herren lässt sich keiner sehen. Der Platzmangel führte dazu, dass 30 interessierte Unternehmen nicht untergebracht werden konnten.

„Wir zahlen so viel Steuern und haben noch nicht einmal einen anständigen Festplatz“, schimpft Theo Rosenzweig und weist nach draußen: „Auf der Seite nach der Constantinstraße hin liegt ein Schutthaufen neben dem anderen. Das ist für uns zusätzlicher Platzverlust. Und das sieht schlecht aus. Das Liegenschaftsamt hat uns versprochen, den gesamten Bauschutt wegfahren zu lassen und den Platz überall befahrbar zu machen. Bis heute ist noch nichts geschehen. Welches Bild soll unser Publikum eigentlich bekommen?“

Abschließend meint Otto Milker: „Wir möchten einen festen Platz, auf dem alles seine Ordnung hat und wo wir eine Heimat haben. Gegenüber anderen Städten ist die Haltung Kölns zum Volksfest beschämend.“ Wettert Theo Rosenzweig:
„Aber jetzt backen wir keine kleinen Brötchen mehr. So geht das nicht weiter. Jetzt klopfen wir auf den Tisch.“ Von GERD ROHN Original in Bildgalerie

Auf der Versammlung vom 17.02.1967 war der Vorschlag gemacht worden, dass die Fachgruppe I zum Schaustellerbund überwechseln sollte. Verfahrenstechnisch wäre dies gar nicht so einfach, wenn sogar unmöglich gewesen, deshalb  wurde eine Probeabstimmung durchgeführt. Sie ergab, dass die Mehrzahl der Anwesenden gegen einen Zutritt war, nur neun Stimmen waren dafür. Deshalb war die Angelegenheit gleich wieder vom Tisch.

1969 Wechsel der Geschäftsführung 

Zu Karneval 1969 lieferte die Firma Heinrich Mack an Josef Schoeneseifen eine Neuheit im Karussellbau, einen Hully Gully. Familie Schoeneseifen hatte bereits einen Vertrag für ihre Jaguarbahn auf dem Sassenhof für Karneval erhalten.
Josef Schoeneseifen war allerdings in die Liste der Zusagen für einen weiteren Vertrag für den Hully Gully vorgesehen, dann jedoch kurzfristig vom Fachschaftsleiter Theo Rosenzweig raus genommen worden.
Obwohl es seinem Naturell nicht entsprach, baute Josef Schoeneseifen (Vater der Verfasserin) über Nacht beide Karussells auf dem Sassenhof auf. (Dort steht heute das Maritim-Hotel.)
Das Liegenschaftsamt widersprach einer einstweiligen Verfügung, die Theo Rosenzweig einholen wollte und Familie Schoeneseifen eröffnete mit zwei modernen Rundfahrgeschäften die Karnevals-Veranstaltung. Auch Theo Rosenzweig baute zwei Geschäfte auf. (Flughafen-Terrasse; Gokart-Bahn) 

Aufgrund dieser Ereignisse hatte es einen öffentlichen Streit gegeben, bei dem Josef Schoeneseifen verkündete, auf der nächsten Versammlung der Fachgruppe I seinem Kollegen Theo Rosenzweig die Stirn zu bieten. 
Josef Schoeneseifen war bisher nie als „Vereins-Mensch“ in Erscheinung getreten; er war nach außen eher verschlossen, ein Einzelkämpfer, der ein wenig arrogant wirkte, ein fairer Geschäftsmann, der es zusammen mit seiner Frau in wenigen Jahren schon weit gebracht hatte. 
Theo Rosenzweig war dagegen gesellig, gastfreundlich, beliebt bei seinen Anhängern. Auch er hatte es in wenigen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als Kölner Schausteller weit gebracht.
Zwei erfolgreiche Kollegen, die jeder auf seine Weise nachhaltig in der Schaustellerbranche in Erinnerung geblieben sind.

Nun standen beide auf dieser Versammlung im März 1969 vor einer völlig neuen Situation.
Theo Rosenzweig wurde nicht wieder gewählt.
Josef Schoeneseifen wurde mit Stimmenmehrheit zum neuen Fachschaftsleiter der Fachgruppe I gewählt und damit auch automatisch in den Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller bestellt.

Josef Milz, Freund von Theo Rosenzweig und Schwiegervater von Josef Schoeneseifen, fand dazu auf der 1. Versammlung nach Saisonende des Jahres 1969, folgende diplomatischen Worte:
Der Kollege Theo Rosenzweig hatte sein Amt als 1. Vorsitzender niedergelegt. Er wollte einfach nicht mehr.“ (Josef Milz Vers. 1969)

Ganz so harmonisch war der Vorstandswechsel nicht abgelaufen.
Theo Rosenzweig trat nach seiner Niederlage auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung aus der Fachgruppe I aus und zerriss die Ehrenurkunde, die er zu einem früheren Zeitpunkt bekommen hatte. (Bestätigt von Zeitzeuge Fredy von der Gathen.)
Der Austritt wird mit einem Zitat aus dem Protokoll der Versammlung vom 18.01.1971 belegt:
„Herr Rosenzweig bittet um das Wort und fragt an, ob heute auch Nicht-Mitglieder sprechen dürfen?“

Obwohl die Neuwahl erfolgt war, lagen Planung und Platzzuweisung der einzelnen Geschäfte auf dem Ostervolksfest 1969 noch in den Händen der bisherigen Leitung der Arbeitsgemeinschaft.
Als Familie Schoeneseifen von der Palmkirmes in Recklinghausen nach Köln zum Ostervolksfest eintraf, stand auf dem Standplatz, den sie in den vergangenen Jahren für ihre Jaguarbahn innegehabt hatten, direkt an der Unterführung zur Messe, bereits das Konkurrenzunternehmen Hans-Josef Milz mit seinem Musikexpress (gleicher Karusselltypus). Ein Streit zwischen den Geschwistern Hans-Josef Milz und Maria Schoeneseifen (Mutter der Verfasserin) war nicht zu verhindern. Die Jaguarbahn war genau am anderen Ende des Festplatzes, am Druckhaus platziert worden.
Diese Anekdote ist nur ein Beispiel für die allgemeinen Rivalitäten unter den Kölner Schausteller.

Um die Gemüter nach dem turbulenten Führungswechsel in Köln wieder zu beruhigen hieß es auf der nächsten Versammlung:

Josef Milz: „In diesem Sinne möchte ich Sie alle bitten, dafür zu sorgen, dass unsere Fachgruppe I sowie unsere Versammlungen keine Arena von sich gegenseitig bekämpfenden Kollegen wird. Wir wollen unter uns und unseren Reihen Frieden halten, da es doch nur für uns alle zum Guten führen kann.“ (Josef Milz 1969)

1968-1980 Aufregende Jahre

Nachfolgende Generationen können sich nicht vorstellen, welchen Stellenwert die Kölner Kirmes-Veranstaltungen zu Karneval für die Existenz vieler Kölner Schausteller hatten. An wenigen Tagen, beginnend mit dem Weiberfastnacht bis Karneval-Dienstag riss der Andrang an den Karussells und den anderen Volksbelustigungen kaum ab. Für einige Schausteller waren es die umsatzstärksten Tage der ganzen Saison und jeder wollte von dem Kuchen abhaben. 

Neben Zeitungsberichten geben die Protokolle und Jahresberichte des Schriftführers Josef Milz Aufschluss über 20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller. Überliefert sind die Originale von 1967 bis 1979.
Dazu kommen die Ergänzungen von Zeitzeugen, z.B. erinnert sich die Verfasserin Margit Ramus an jene ersten Jahre des neuen Vorstandes, die keineswegs immer reibungslos abliefen. Im Hause der Eltern, Familie Schoeneseifen, war im Keller ein Büro eingerichtet worden, dort spielten sich verbal turbulente Szenen ab. Diese internen Beratungen hörte ein Kölner Schausteller (Name bekannt) mit Hilfe von heimlich im Büro installierte Wanzen, über sein Autoradio ab. Nachdem die Wanzen entdeckt worden waren und der  „Agent“ ermittelt, erhielt dieser Schausteller den Spitznamen „Guillaume“.

Karneval in den 1970er Jahren

Am 24.01.1972 sprach Walter von der Gathen zu den Anwesenden der Gemeinschafts-Versammlung:
„Wir sind heute gezwungen an Ihre Kollegialität zu appellieren. Die Plätze werden immer weniger und die Kollegen immer mehr. Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, ob es uns gelingen wird, dass stellt sich noch heraus. Bei der Stadt sind eine Unmenge Anträge eingegangen. Viele werden enttäuscht sein, denn alle Kollegen können nicht untergebracht werden. Es ist sehr schwer. Ich bitte Sie, sich zur Diskussion zu melden, bitte bleiben Sie sachlich und ruhig. Ich bitte Sie um Vorschläge, wie wir die Sache am besten regeln können.“ (Vers. 24.01.1972)

Nach wie vor hielt die Stadt Köln die Plätze, die zu Karneval bebaut werden konnten, bis kurz vor Karneval zurück. Außerdem wurden die Auflagen zur Teilnahme oft kurzfristig geändert.
Einige Schausteller waren sehr kreativ, einen oder sogar zwei Standplätze für eigene oder geliehene Schaustellergeschäfte zu bekommen. Manche Fahrgeschäfte, die hohe Umsätze erreichen konnten, waren in Köln nicht vertreten.
Deshalb machten deren Inhaber, Kölner Schaustellern, die nur über ein kleines Geschäft verfügten, das Angebot z.B. mit ihrer Achterbahn zu Karneval zu bauen und Kippe zu machen. Dazu wurden Schein-Kaufverträge abgeschlossen, die nach Karneval wieder zerrissen wurden.

Zum Beispiel hatte August Schmitz viele Jahrzehnte mit einer Raketenfahrt zum Mond alle Kölner Plätze gehalten, vor Karneval kaufte er die Achterbahn der Firma Groppengießer aus München. Sie wurde auf der Fleischmenger Gasse platziert und nach Karneval platzte der angebliche Verkauf und die Bahn ging nach München zurück. (Anm. der Verfasserin)

Dazu ein Zitat aus der Versammlung vom Januar 1971:
„Ob Eigentümer oder nicht Eigentümer von Fahrgeschäften, es dürfen keine Scheinverträge abgeschlossen werden und es dürfen auch keine Kölner Schausteller vorgeschickt werden um Verträge abzuschließen. Der Sachverhalt wird genau überprüft und wenn ein vorgenannter Fall angetroffen wird, wird der Kollege 5 Jahre von der Stadtverwaltung ausgeschlossen.“ (Vers.18.1.1971)

Ein weiteres Kriterium im Auswahlverfahren war, dass Standplätze nur an Kölner Schausteller, die ihre Steuern in Köln abführten, vergeben wurden. Dies wurde durch Vorlage einer Unbedenklichkeitsbescheinigung eines Kölner Finanzamtes nachgewiesen. Die Bescheinigung wurde nur ausgestellt, wenn die Firma keine Steuerschulden hatte. Dazu ein Zitat:

„Anfrage von Frau Gerda Milz dafür doch zu sorgen, dass, wenn die Möglichkeit besteht, die Unbedenklichkeitsbescheinigung fallen zu lassen. Begründung, wenn jedes Einzelhandelsgeschäft seinen steuerlichen Nachweis erbringen müsste, der größte Teil der Privatgeschäfte geschlossen sein würde.“ (Vers. 28.01.1974)

Einige Autoskooter-Besitzer und andere Geschäftsinhaber kamen auf die Idee einer Kölner Briefkasten-Adresse. Zu Karneval bewarb man sich als Kölner Schausteller und zum Bonner Pützchens Markt mit dem selben Geschäft als Bonner Steuerzahler.

Dazu ein Zitat:
Anfrage der Kollegin Agnes Rosenzweig: Warum stand Frau Gerda Milz auf der Domplatte und nicht mein Schwiegersohn?“(Vers. Fachgruppe I vom 17.03.1978)

Bereits auf der Versammlung der Fachgruppe I vom 13.01.1976 hatte eine Wortmeldung von Gerda Milz zu heftigen Tumulten geführt:

„Frau Gerda Milz stellt die Bitte, die Gemeinschaft Milz & Milz zu trennen. Sie führte dann Beschwerde, dass die Firmen Willi Kleiner, Hans Gormann, Hugo Franz, Willi Schäfer und Hans-Herbert Hoche keine Kölner sind und trotzdem zu Karneval zugelassen würden. Sie wüsste, dass Willi Kleiner seinen Autoselbstfahrer in Euskirchen abrechnete.
Es wurde die Frage an Frau Milz gestellt, wer das gesagt habe.
Sie antwortet: Herr Jordans.“
(Damaliger Platzmeister und Amtmann der Stadt Euskirchen)

Das Problem der Zulassungsbedingungen zog sich durch das ganze Jahrzehnt.

„Der Kollege Hans Kossmann verlas eine Liste von Kollegen, welche sich in Köln zu Karneval um einen Platz bewarben, aber nur in Köln eine Briefkastenadresse haben. (…) Ein Hauptthema war, dass, wer zu Karneval unter verkehrten Machenschaften sich einen Platz besorgt,  in Zukunft drei Jahre vom Kölner Karneval ausgeschlossen wird und keinen Platz mehr erhält. (Vers. Fachgruppe I 22.04.1973)

Wichtigste Grundlagen für die Erlangung eines Vertrages zu einer der Karnevalsplätze waren gültige Baupapiere für Fliegende Bauten sowie eine Reisegewerbekarte, die von den Kölner Behörden ausgestellt war. Dies wurde auf fast jeder Versammlung heiß diskutiert.

„Kollege Josef Schoeneseifen weist nochmals daraufhin betreffend des Gewerbes der Kölner Schausteller, dass jeder ein Kölner ein Gewerbe haben muss und drei Jahre in Köln gemeldet sein muss.“ (Vers.26.01.1975)

Schon diese wenigen Zitate vermitteln einen kleinen Eindruck von den Problemen, denen sich die Arbeitsgemeinschaft zwischen Weihnachten und Karneval über viele Jahre hinweg stellen musste.

„Wie schon in der 1. Versammlung im Gertrudenhof gesagt, kann jede Familie mit einem Geschäft bauen. Wenn dies so gehandhabt wird, ist alles in Ordnung. Doch jeder glaubt, wenn er im Besitz einer Reisegewerbekarte ist und sich ein Geschäft leiht, die anderen verdrängen zu können.“ (Vers. 24.01.1972)

Die primäre Frage war: Wer ist Kölner und wie kann dies stichhaltig bewiesen werden? Dazu machten einige Kollegen folgenden Vorschlag:

„Von Frau Gerda Milz, Otto Milker und Theo Rosenzweig wurde der Antrag gestellt, um in Zukunft in Punkto, wer ist Kölner und wer nicht, nur Verträge auszustellen, an die Kollegen, welche einen Personalausweis von Mann und Frau vorzeigen können. Daraus wird dann ersichtlich wer seinen gesamten geschäftlichen und steuerlichen Betrieb von Köln aus verwaltet.
Bei der Abstimmung des Antrages wurden 44 Stimmen dafür, 21 Stimmen dagegen und 9 Enthaltungen abgegeben.“ (Vers. 17.11.1975)
Dieser Beschluss wurde auch vom Liegenschaftsamt akzeptiert und als neue Voraussetzung angesetzt.
„Um in Zukunft feststellen zu können, wer Kölner Bürger ist und seinen geschäftlichen und steuerlichen Betrieb von Köln aus verwaltet, muss bei der Vergabe der Karnevalsplätze durch das Liegenschaftsamt, bei der Entgegennahme des Platzvertrages den Personalausweis von Köln von Mann und Frau vorlegen.“ (Vers. 10.12.1975)

Ein weiteres Problem waren die Alleingänge einzelner Schausteller, die dem Liegenschaftsamt direkt ihre Beschwerden und Wünsche vortrugen. Dies wurde durchgängig auf vielen Versammlungen thematisiert.

„Der Kollege Otto Milker sprach über die Nöte der Kollegen, welche den Kollegen dadurch entstehen, dass Kollegen andauernd nach den Behörden laufen und über einzelne Kollegen herhalten. Dadurch entstehen bei den Behörden Zwiesprachen und schwärzt das Ansehen des gesamten Berufsstandes.“ (Vers. 26.01.1975)

1976 war es soweit und alle Kollegen mussten zu Karneval Kippe machen. 
„Der Fachschaftsleiter Kollege Josef Schoeneseifen eröffnete die Versammlung und gab den Anwesenden bekannt, dass alle Kollegen zu Karneval die Geschäfte zusammenlegen müssen.“ (Vers.05.02.1976)

Diese Bekanntmachung schlug ein wie ein Blitz und die Aufregung war groß. Jeder schrie in den Saal, gleichzeitig entstanden in Windeseile Wünsche zur Zusammenlegung. Z. B. wollte Frau Gerda Milz sofort mit der Jaguarbahn von Ramus zusammengelegt werden. (Vers. 05.02.1976 Verfasserin war anwesend)

Nach einer nochmaligen Debatte über die Einteilung wurden 10 Minuten Pause eingelegt um die Anwesenden zu beruhigen.“ (Vers.05.02.1976)

Ein weiteres großes Problem stellte folgende Bedingung der Stadt Köln dar: bei Entgegennahme der Verträge musste das komplette Standgeld von allen Beschickern bezahlt werden. Die Standgelder waren nicht unerheblich, denn die Kosten alleine für den Sassenhof waren beträchtlich.

Die Verfasserin erinnert sich, dass sich in diesen Dingen die Solidarität der Schausteller zeigte, denn es fanden sich immer Kollegen, die für andere einsprangen und das Standgeld vorlegten.
Dazu ein persönliches Erlebnis. Nachdem Josef Schoeneseifen verstorben war, kam eine ältere Kölner Schaustellerin, Inhaberin einer kleinen Schaukel, und überreichte der Witwe Maria Schoeneseifen (Mutter der Verfasserin) ein Kuvert mit den Worten: ‚Bubi hat Karneval mein Standgeld bezahlt.‘ Niemand hatte davon gewusst und schriftlich war nichts festgehalten worden. 

Die vielen Auflagen und der Umgang der Stadtverwaltung mit den Kölner Schaustellern, erzeugten Zwietracht und Druck. Trotzdem schafften es die Schausteller immer wieder diese internen Schwierigkeiten durch Verbundenheit nach außen zu bewältigen.

Dennoch bahnten sich Mitte der 1970er Jahre die Gretchenfrage an, was wäre, wenn die Plätze am Sassenhof und an der Fleischmenger Gasse / Josef-Haubrich-Hof wegfallen würden. Dazu schreibt am 5. März 1976 die Kölnische Rundschau:

„Wohin mit dem Rummelplatz?

Wo soll demnächst in Kölns Mitte noch Kirmesbetrieb mit Karussells, Achterbahnen, Autoscootern möglich sein?
Diese Frage wird bei der Bezirksvertretung 1 am 9. März erörtert.
Die CDU erwartet von der Stadtverwaltung Auskunft darüber, ob diesem „Grundbedürfnis“ für einen innerstädtischen Festplatz Rechnung getragen werde.
Nach dem auf dem Josef-Haubrich-Hof die Zentralbücherei errichtet wird und demnächst auch der Parkplatz am Sassenhof der Planung wegfällt, ist guter Rat teuer.
Der Versuch der Schausteller, als Ersatz für den Josef-Haubrich-Hof vor Karneval den Neumarkt zum Rummelplatz zu machen, ist noch einmal abgewehrt worden. Nach Meinung der CDU sollten Alternativen innerhalb gefunden werden.“ si. 05.03. 1976 

Der letzte Abschnitt des Artikels bezog sich auf Gespräch des Funkenpräsidenten Hans-Georg Brock und der Kölnischen Rundschau, welches am 15.01.1976 in besagter Zeitung abgedruckt worden war:

15.01.1976
H. Signon telefonierte mit Funkenpräsident Hans-Georg Brock
„Funken haben den Neumarkt schriftlich

„Guten Tag, Herr Brock. Was sind das für überraschende Nachrichten aus dem Rathaus: Das herrliche Biwak der Roten Funken am Karnevalssamstag soll vom Neumarkt weichen, weil die Stadt den Platz dem Schaustellergewerbe vermieten will, nachdem auf dem Josef-Haubrich-Hof gebaut wird? Was sagen Sie als Präsident des Traditionskorps dazu?“
     „Wir haben am Dienstag davon gehört. Das Liegenschaftsamt der Stadt versucht, mit uns Kontakt aufzunehmen.“
„Und Ihre Reaktion, Herr Präsident?“
    „Die Funken halten gar nichts davon. Ein Platzwechsel ist für uns einfach nicht zu schaffen. Schließlich haben wir monatelange Vorbereitungen getroffen.“
„Haben Sie denn vertragliche Zusagen von der Stadt für den Neumarkt, wo das Funkenbiwak seit 1973 doch eine ganz große Sache geworden ist?“
     „Wir haben wie üblich im Sommer die schriftliche Genehmigung beim Amt für öffentliche Ordnung eingeholt. Das ist unsere Vertragsgrundlage.“
„Die Stadt ist also auf den guten Willen der Funken angewiesen, wenn sie den Schaustellern den Neumarkt vermieten will. Was würden Sie denn zu einem anderen Platz für das Biwak sagen, zum Beispiel zum Alter Markt?“ 
     „Abgesehen davon, dass wir jetzt kaum noch umdisponieren können, halte ich diesen Platz für unser Funkenbiwak räumlich für ungeeignet. Darauf ersticken wir doch.“
„Haben Sie, Herr Brock, denn eine Vermutung, wieso die Schausteller, die ja im Grunde mit dem Fasteleer gar nichts zu tun haben, Ihnen den Samstag auf dem Neumarkt streitig machen können?“
     „Es gibt so viel Einhelligkeit bei den Fraktionen im Rathaus zugunsten des Rummelplatzes, dass man fast den bösen Zungen glauben möchte, die da von Wahlspenden reden. Da können die Funken natürlich nicht mithalten.“
Nun, die Schausteller werden eben Platzmiete auf dem Neumarkt zahlen müssen, und die Funken hatten den Platz gratis. Es liegt eben immer wieder am Geld. Wir danken Ihnen für das Gespräch, Herr Präsident, und wünschen dem Funkenbiwak eine gute Zukunft. Auf Wiederhören!“

Dem Bericht folgten zwei weitere Meldungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen:
Am 28.01.1976  HK          Seite 16 / Nummer 24

„Doch Funkenbiwak auf dem Neumarkt
Aber wohin mit dem Schaustellergewerbe?

Der Rechtsstandpunkt der Roten Funken, dass ihnen der Neumarkt wie in den Vorjahren von einem städtischen Amt verbindlich als Standort des „Funken-Biwaks“ am Karnevalssamstag zugesichert sei, könne nicht bestritten werden, erklärte Stadtdirektor Dr. Josef Baumann nach einer Mitteilung des Nachrichtenamtes in der Verwaltungskonferenz.
Deshalb wir das Biwak auch in diesem Jahr auf dem Neumarkt stattfinden, wie die „Rundschau“ bereits in einem Teil der Montagausgabe gemeldet hatte.
Das war eine Zeitlang fraglich, weil die Stadt versucht hatte, den Funken einen Ortswechsel schmackhaft zu machen, um den Neumarkt für die Schausteller freizubekommen.
Deren Karnevalsrummelplatz kann nicht mehr am Josef-Haubrich-Hof gebaut werden, weil dort die Bauarbeiten für die Zentralbücherei begonnen haben. Funkenpräsident Hans-Georg Brock hatte in einem Telefoninterview mit der „Rundschau“ das Ansinnen, auf einen anderen Platz, etwa den Alter Markt, auszuweichen, aus organisatorischen Gründen abgelehnt.

Dass Köln kein freies Gelände für Kirmes- und Volksfestveranstaltungen in der Stadtmitte anbieten kann, wenn eines Tages auch das Gelände am Sassenhof bebaut ist, gehört zu den Fehlern einer vorausschauenden Stadtplanung. Ein mit Platten belegter Architekturplatz wie dar Neumarkt sollte von vornherein für eine längerfristige Belegung mit Achterbahnen, Losbuden und Karussellen ausscheiden.“            28.01.1976

Am 29.01.1976 schrieb die Kölnische Rundschau: 
„Funkenbiwak doch auf dem Neumarkt

Das schon traditionelle Funkenbiwak der „Kölsche Funke rut-wieß“ Wird auch in dieser Karnevalssession am Karnevalssamstag auf dem Neumarkt stattfinden. Wie Funken-Präsident Hans Georg Brock der „Kölnischen Rundschau“ mitteilte, habe ihm Stadtdirektor Dr. Josef Raumann jetzt die feste und endgültige Zusage gegeben. Wie berichtet, sollten die Funken den Schaustellern weichen, die durch die Baustelle vor der Volkshochschule in diesem Jahr ihren Festplatz verloren haben.“ gr.

Am Dienstag, den 10. Februar 1976 schrieb der Kölner Stadt Anzeiger wieder einen Bericht über die Sorgen der Schausteller, und stellt sich ziemlich eindeutig auf die Seite der Kölner Schausteller, er zeigt Verständnis und betont ihre Daseinsberechtigung. 

„Im Hafen soll es rundgehen 
Schausteller auf Jahre hinaus ohne Gelände

Köln soll einen Platz für Volksfeste, Kirmes und Zirkusvorstellungen auf dem Rheinauhafengelände bekommen. Bis es soweit sein wird, müssen sich die Schausteller einschränken. Zum ersten Male jetzt zu Karneval: Der Neumarkt bleibt ihnen endgültig versagt.

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Das Ergebnis einer Besprechung zwischen Schaustellern, Roten Funken und Ordnungsbehörden in der vorigen Woche ist, dass die Roten Funken Karneval den Neumarkt allein besetzt halten werden. Eine freiwillige Aufteilung des Platzes auf Funken und Schausteller, auf die die Stadt als letzte Lösung gehofft hatte, kam nicht zustande.
Nur am Sassenhof
Wie berichtet, hatte die Stadt den Funken schon vor Monaten den Neumarkt für ihr Biwak zugesagt.
Inzwischen begannen die Bauarbeiten für die Stadtbüchereizentrale am benachbarten Josef-Haubrich-Hof. Damit konnte das Gelände zwischen Neumarkt und Volkshochschule nicht mehr wie bisher zur Karnevalszeit von den Schaustellern genutzt werden.
Die Absicht der Stadt, das Funkenbiwak auf einen anderen Platz zu verlegen und die Schausteller auf den Neumarkt umzusiedeln, scheiterte jetzt an der den Funken bereits gegebenen Zusage.
Die Schausteller behalten zu Karneval nur den Sassenhof neben der Deutzer Brückenrampe.
Jeweils zwei von ihnen wollen dort gemeinsam ein Geschäft betreiben. So wollen sie dem Verlust der Hälfte des ihnen bisher in der Innenstadt zur Verfügung stehenden Geländes Rechnung tragen.
Denn eine Ausweichfläche an der Kalker Kapelle, die ihnen die Stadt noch angeboten hat, ist nach Mitteilung von Schausteller-Sprecher Josef Schoeneseifen „doch kein Ersatz für die Innenstadt“.
Die Schausteller rechnen damit, in einigen Jahren auch den Sassenhof zu verlieren, wenn dort gebaut wird.
Ihr Drängen nach einem neuen, ständigen Festplatz im Innenstadtbereich, dem sich angesichts der Misere am Neumarkt auch die Ratsfraktionen angeschlossen haben, hat bei der Stadtverwaltung inzwischen einen ersten Erfolg gezeigt: Die Verwaltung hat in Aussicht gestellt, dass bei der Neugestaltung des Rheinau-Hafengeländes dort auch ein Festplatz angelegt werden soll.

Wann es soweit sein wird, kann zurzeit noch niemand sagen. Möglicherweise wird der Festplatz nach der Niederlegung bereits geräumter Hafengebäude schon vorzeitig geschaffen werden, ehe das Gesamtprojekt Rheinauhafen verwirklicht werden kann (wie berichtet, soll das Hafengelände Grün- und Erholungszone werden). Denn das Gesamtprojekt ist an die Aussiedlung von Gewerbebetrieben und an den Ablauf von Miet- und Pachtverträgen gebunden.
Auf ihr Geschäft zu Karneval wollen die Kölner Schausteller nicht verzichten. Schoeneseifen: „Das ist für uns der Saisonauftakt, die erste Einnahme im Jahr, und deshalb besonders wichtig.“
Von unserem Redakteur Friedrich K. Kury 10.02.1976 

Die Meldungen in den Kölner Zeitungen waren niederschmetternd für die Schausteller.
Die letzte Hoffnung galt nun der Sitzung in der Bezirksvertretung 1 der Stadt Köln am 9. März 1976. Aber Stadtdirektor Dr. Baumann hatte im Gespräch mit der Rundschau die Bemerkung über „die Schausteller, die ja im Grunde mit dem Fasteleer gar nichts zu tun haben“ im Raum stehen lassen und auch das Gerücht von geleisteten Wahlspenden seitens der Schausteller nicht abgewehrt. 
Im „Kölschen Klüngel“ hatten die Schausteller keine Chance. Deshalb kam das Ergebnis der Sitzung nicht mehr so überraschend.

10. März 1976
„Festplatz gesucht

Ob der Neumarkt in der Karnevalssession 1977 als Festplatz dienen soll, wird die Stadtverwaltung „erneut erörtern“. Das kündigte Stadtdirektor Dr. Baumann gestern vor der Bezirksvertretung 1 an. In diesem Jahr habe man den Markt nicht den Schaustellern zur Verfügung stellen können, da die Roten Funken bereits eine schriftliche Zusage erhalten hätten und nicht bereit gewesen seien, zugunsten von Karussells und Geisterbahnen zu verzichten.
Allerdings wies Baumann darauf hin, dass der Neumarkt in etwa vier bis fünf Jahren als möglicher Festplatz wegen des weiteren U-Bahn-Baus völlig ausfalle. Zwar gebe es Überlegungen, bei der Neugestaltung des Rheinufers am Rheinauhafen einen Festplatz einzubeziehen, aber solche Gedanken seien noch weit von ihrer Verwirklichung entfernt. uws

1977 Endlich Plätze in eigener Regie

1977 änderte das Liegenschaftsamt der Stadt Köln die Vergabe der Plätze zu Karneval. Von nun an schloss die Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller einen Vertrag mit der Stadt für den gesamten Platz ab und vergab die Standplätze in Selbstverwaltung. Dies war den gewissen Vorkommnissen während den Vertragsausgaben im vergangenen Jahr 1976 zu verdanken.

Am 24.01.1977 wurde in einer Versammlung bekannt gegeben:
„Der 1. Vorsitzende des Kölner Schaustellervereins Kollege Willi Kleiner verlas den Mietvertrag, den die Arbeitsgemeinschaft von der Stadt Köln erhalten hatte. [Er machte] auf Grund des Inhaltes, die Kollegen besonders auf die schärferen Bedingungen aufmerksam, den Vertrag genau einzuhalten und sich danach zurichten, um es dadurch möglich zu machen, den Platz im kommenden Jahre 1978 nochmals zu erhalten.
Der Kollege Willi Kleiner gab an Hand von Rechnungsvoranschlägen bekannt, dass die Kosten den Betrag von 30.300.-DM, ohne die noch nachträglich zu erwarteten Rechnungen übersteigen wird. Auf Grund dieser enormen Kosten wurden die Standgelder für die einzelnen Geschäfte gleichmäßig verteilt.“ (Vers. 24.01.1977) 1977 Abrechnung Sassenhof

Die Arbeitsgemeinschaft hatte bis dahin nie Verträge von der Stadt Köln bekommen, da sie keine juristische Person war und auch die Fachgruppe I nicht kommerziell in Aktion treten durfte. Deshalb liefen die Verträge bisher über den Bezirksverband des Ambulanten Markt- und Schaustellergewerbes für den Regierungsbezirk Köln-Aachen e.V. Sitz Köln.

Um die unerwartete neue Situation real darzustellen wird hier der originale Rückblick 1977, geschrieben von Josef Milz eingesetzt:

„Rückblick Karneval 1977
Bei einem Rückblick Karneval muss man wirklich in Betracht ziehen die vielen Vorverhandlungen mit den vielen Schwierigkeiten, welche wir mit den maßgebenden Herrn, angefangen im Rathaus, bei den einzelnen Fraktionen, beim Liegenschaftsamt sowie neuerlich auch mit den neu eingerichteten Bezirksstellen hatten, um überhaupt den restlichen Sassenhof noch zu bekommen. 
Für einen Platz auf dem Sassenhof und um überhaupt für Karneval eine Verdienstmöglichkeit zu haben, hatten sich 124 Kollegen gemeldet, eine Zahl von Kollegen, welche auf diesem kleinen Platze unter normalen Verhältnissen wirklich nicht möglich war unterzubringen.
Das hatte auch die Verwaltung des Liegenschaftsamtes erkannt.
Um nun die Vorkommnisse, vom vergangenen Jahr bei der Vergabe der Plätze durch das Liegenschaftsamt nicht nochmals zu erleben, hat man ohne die Arbeitsgemeinschaft vorher in Kenntnis zu setzen, die Arbeitsgemeinschaft vor die [Tatsache] gestellt, die Vergabe der Plätze in eigener Regie zu übernehmen, da die Verwaltung bei der vielen Anzahl von Geschäften sich dafür nicht in der Lage würde sehen. 
Welche Schwierigkeiten damit auf die Arbeitsgemeinschaft zu kamen, haben Sie ja durch die vielen Versammlungen, welche in kürzester Zeit abgehalten werden mussten, da die Zeit ja drängte, alle miterlebt.
Es war wirklich kein leichtes Amt, das die Arbeitsgemeinschaft da übernommen hatte, aber trotz der vielen Widerständen und auch der Misstöne, welche bei solch schweren Entscheidungen immer zu Tage treten, war es zum Schlusse doch noch möglich, daß jeder Kollege noch eine Verdienstmöglichkeit hatte.
Daß die Vergabe der Plätze, da die Kollegen mit ihren Geschäften ja in Kompanie [Kippe]  arbeiten mussten, durch die Vielzahl der Geschäfte noch gut über die Bühne gegangen ist, war erstens der fachmännischen Einteilung des Platzes und zweitens dem disziplinierten Benehmen der anwesenden Schausteller zu verdanken. Man konnte daraus lernen, daß auch heikle Situationen mit Ruhe und Anstand gelöst werden können.
Schriftleitung Josef Milz“
(Wollen wir nicht die Grammatik und Interpunktion korrigieren?)

Bereits einige Jahre lang hatte der Bezirksverband des ambulanten Markt- und Schaustellergewerbes den Antrag eingereicht, eine Karnevalsveranstaltung auf der Domplatte, dem Roncalliplatz durchzuführen.
„Nach einer längeren Verhandlung, wurde uns die Zusicherung für den Roncalliplatz gemacht, wenn die einzelnen Stellen einverstanden sind.“ (Vers. 13.01.1978)

Der Vertrag traf tatsächlich ein. 1978 wurde das erste Mal auf der Domplatte eine Karnevalskirmes aufgebaut und der Erfolg war enorm. Bis 2002 bekamen die Kölner Schausteller die Zulassung für diesen Platz.


Ostervolksfest in den 1970er Jahren

Im Jahre 1969 hatte Josef Schoeneseifen als neuer Fachschaftsleiter der Fachgruppe I und damit auch im Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der Kölner Schausteller keine leichtes Erbe angetreten. Ein Telefon-Interview der Kölnischen Rundschau mit Theo Rosenzweig bringt die Sache auf den Punkt:

Samstag, 5. April 1969
„Wenig gute Plätze für Schausteller
K. Leroff telefonierte mit Theo Rosenzweig

„Guten Tag, Herr Rosenzweig. Das Ostervolksfest in Deutz ist wieder mal Auftakt der Schausteller-Saison. Sie waren bis vor kurzem Vorsitzender des Verband Ambulantes Gewerbe und der Schausteller‘. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die Saison?“ 

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„Beim Ostervolksfest sind diesmal 105 Schausteller und ambulante Händler beteiligt. Immer mehr moderne Fahrgeschäfte kommen hinzu. Sehen Sie, ich selbst bin zum ersten Mal mit einem 28 Meter hohen Zeppelin vertreten, man muss dem Publikum etwas bieten.
Wir haben Sorgen nicht wegen des Publikums, das bleibt uns treu, aber wegen der ungeeigneten Plätze, die uns in den Städten zugewiesen werden. Sie liegen am Rand der Städte.
Wenn wir statt in Deutz auf dem Hubschrauberplatz an der Venloer Straße oder auf einer der Wiesen nahe der Agneskirche unser Volksfest aufziehen könnten, hätten wir den doppelten Umsatz. Wenn es regnet, ist das Geschäft in Deutz aus. Aus dem Linksrheinischen kommt dann niemand.“
„Auf einer Fachtagung in Hamburg wurde erklärt, die Schausteller hätten 1967 eine Umsatzeinbuße von 30 % gehabt, die dann 1968 um die Hälfte wieder aufgeholt wurde, das heißt das Gewerbe steht im Vergleich zu 1966 im Umsatzminus von 15 %.”
„Die Zukunft der Schausteller hängt von der Bereitschaft ab, uns in den Städten gute Plätze zu geben. Es gibt Orte, wo wir gar nicht mehr hinkönnen. Fast immer sind Gründe maßgebend, die mit dem Straßenverkehr oder einer Begrünung der Plätze in Zusammenhang stehen.“
„Hat sich die Zahl der Schausteller denn vermindert?“
„Nein, aber mehr als 30 % haben große Geschäfte. Allerdings gibt es in Deutz jetzt ein Kinderkarussell, das älter als 100 Jahre ist. Und es bringt immer noch Geld.“
„Wenn mehr Schausteller große Geschäfte haben, kann es doch um das Gewerbe nicht so schlecht stehen?“
 „Das ist reiner Zwang, wir müssen mit der Zeit gehen. Wir sind ja sehr wetterabhängig. Hier in Deutz gab es schon Tage, an dem einzelne Schausteller gar keinen Umsatz machten.“
„Also schönes Wetter und viel Publikum! Auf Wiederhören.“

1969 Genehmigung für den Kölner Tivoli

Neue Sorgen brachte die Zulassung für einen festen Vergnügungspark in der Riehler Aue, deren Planung der ehemalige Fachschaftsleiter Theo Rosenzweig parallel zu seiner Verbandstätigkeit in eigener Regie betrieben hatte. Nun, 1969, hatte die Stadt seinem Antrag zur Einrichtung eines Vergnügungsparks — Kölner Tivoli — die Genehmigung erteilt. Diese Entscheidung wirkte sich nicht günstig auf die Anfragen der Kölner Schausteller für die Bereitstellung eines großen Volksfestplatz aus. 
Dies wird auch in einem Artikel im Kölner Stadt Anzeiger vom 04.06.1969 thematisiert:

„Für Rummel Platz gesucht — Schausteller verhandeln mit Stadt 

Die Kölner Schausteller haben Kommunalpolitiker aller Parteien um Hilfe gebeten. Sie suchen einen neuen Platz in Citylage, wo größere Volksfeste stattfinden können. Denn alle fürchten, dass ihnen der Platz in Deutz eines Tages zugebaut wird. „Und dann“, sagt ihr Sprecher Karl Heinz Flohr, stehen wir dumm da.“
Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, dass auf dem Deutzer Festplatz, der auch von der Verkehrswacht genutzt wird, in absehbarer Zeit Häuser errichtet werden, nicht sehr groß.

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Bisher sind nicht einmal die Überlegungen, eine City Deutz zu bauen, auf dieses Gelände ausgedehnt worden. Ewig aber wird man es sicher nicht unbebaut lassen. „Die Stadt“, sagt Flohr, „plant langfristig. Folglich machen wir uns auch langfristig Gedanken.“

Bei diesen Gedanken, die sich die sich die Arbeitsgemeinschaft der Kölner Schausteller macht, spielt zumindest unterschwellig die Sorge eine Rolle, die Stadt könne die Schaustellerfrage als erledigt betrachten, nachdem sie einen Vergnügungspark in der Riehler Aue genehmigt hat. Eine solche Auffassung, finden die Schausteller, müsse im Keim erstickt werden. 
Flohr: „Zwei völlig verschiedene Dinge.“
Auch die Erbauer des Vergnügungsparks, von den Schaustellern anfangs mit Protest und Misstrauen bedacht, versichern, sie böten weder Konkurrenz noch Ersatz für Kirmesveranstaltungen.
Tatsächlich können und wollen nach Flohrs Informationen auch nur wenige Schausteller aus dem Kölner Raum die Möglichkeit nutzen, sich am Vergnügungspark zu beteiligen.
So bleibt für die große Mehrheit der knapp 150, in Verbänden organisierten selbständig reisenden Schausteller des Kölner Raums die Frage eines großen Kölner Kirmesplatzes akut. Er müsse stadtnah gelegen sein („denn die Leute wollen keinen langen Ausflug machen, sondern mal eben hingehen“) und er solle rund 150 Unternehmen mit Fahrgeschäften und Buden Platz bieten.“
Zwei Plätze zur Auswahl
Zwei Plätze haben die Schausteller ins Auge gefasst: Den ehemaligen Hubschrauberlandeplatz am Westbahnhof und das Gelände an der Aachener Straße, wo früher der Williams Bau stand. Dorthin würden die Kölner bei Oster- und Oktober Volksfesten strömen, glauben sie!
Die Kommunalpolitiker, denen diese Plätze vorgeschlagen wurden, zeigten sich verhandlungsbereit. Den schließlich ausgewählte Platz könnte auch der Verkehrswacht als Übungsgelände und reisenden Zirkusunternehmen zur Verfügung haben.
Die Schausteller sind sicher, daß trotz des Vergnügungsparks in der Riehler Aue bei den Kölnern großes Interesse an großen Volksfesten besteht.
Doch denken sie natürlich auch an ihre eigenen Interessen. Das Kölner Ostervolksfest zum Beispiel, sei geradezu notwendig für das Gewerbe rechnen sie vor. Denn mit den Einnahmen die sie hier erzielen, müssen sie die Gebühren bezahlen, die von den Orten verlangt werden, in denen sie im Laufe des Jahres gastieren. Diese Gebühren werden oft schon im Frühjahr fällig, selbst wenn die Kirmes erst im Spätsommer stattfindet.
Flohr: ‚Aber nach einem Winter, indem die Leute nichts oder kaum etwas verdienen, fehlt den meisten das Geld. Das müssen sie erst mal beim Frühlingsfest verdienen.“
Von unserem Redakteur Klaus Zöller — Mittwoch, 4. Juni 1969 — Seite 13

Keine der Quellen gab bisher Auskunft darüber, dass die Kölner Schausteller Protestmärsche durchführten. Bis auf eine kleinen Zeitungsausschnitt aus der Kölnischen Rundschau ohne Datumsangabe. Vermutlich gehört er in das Jahr 1969.

„Schausteller protestieren

Nachdem gestern Abend beim Volksfest in Deutz die Lichter verlöschten, zogen sich die Schausteller nicht zur wohlverdienten Ruhe in ihre Wohnwagen zurück, sondern veranstalteten eine Protestversammlung. Sie sind erregt über die (gestern vom Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlichten) Pläne, in Köln einen festen Luna-Platz zu installieren.  Die Schausteller, denen ein solcher Platz heftige Konkurrenz machen würde, fühlen sich übergangen. „Niemand hat es für nötig gehalten, uns nach unserer Meinung zu fragen“, klagen sie.“        Kölnische Rundschau

1970er Jahre Interne Schwierigkeiten

Auch die Vergabe der Plätze für das Ostervolksfest verlief nicht ohne Schwierigkeiten, die die Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller unter der neuen Leitung bewältigen mussten. Aus dem Protokoll der Versammlung vom 27.03.1970 geht hervor, dass die Platzierung auf dem Ostervolksfest nicht so optimal gelaufen war. Begründet durch kurzfristige Absagen einiger Kollegen, die namentlich auf der Versammlung vorgelesen wurden. 
An dieser Stelle nur ein Beispiel:
„Und der Clou der Absagen ist die Firma Willy Fellerhoff. Unterschriebener Vertrag sowie eine Anzahlung waren geleistet, trotzdem haben wir am Mittwoch den 25.04.1970 eine telegrafische Absage bekommen mit der Begründung, sein Kind wäre krank.“ (Vers. 27.03.1970)

Auf dieser Versammlung wurde damals auch daran erinnert, dass die Öffnungszeiten während des Ostervolksfests genau einzuhalten sind. Ein frühzeitiges Schließen am Abend war nicht erlaubt.
Damals waren folgende Zeiten vorgeschrieben:
Wochentage 14.00 Uhr – Schließung: Wochentage bis 24 Uhr 
Samstag und Sonntag 11 Uhr – Schließung 24 Uhr
*Wenn ausnahmsweise vor 24 Uhr geschlossen werden durfte, ging ein Mitglied des Vorstands über den Platz und informierte die Beschicker.“ (Vers. 27.03.1970)
Da eine Veranstaltung in den 1970er Jahren manchmal bis zu fünf Wochen dauerte, waren die späten Abendstunden oft recht zäh und man wartete oft auf Mitternacht. Aber an den Wochenenden oder warmen Abenden, flanierten die Kölner bis spät in der Nacht über ihr Volksfest. (Anm. der Verfasserin als Zeitzeugin)

Ein Problem waren damals auch die teuren Stromkosten, die viele Beschicker veranlasste, erst zur späten Stunde die Außenbeleuchtung an ihren Geschäften einzuschalten oder frühzeitig an den Wochentagen auszuschalten.
Dies thematisierte ein Berichterstatter der Fachzeitschrift Der Komet über Jahre hinweg in den jährlichen Kommentaren zum Ostervolksfest. Dunkle Fassaden an den Geschäften sind heutzutage nicht denkbar. Ein voll erleuchteter Volksfestplatz am Abend ist ohne Zweifel die beste Reklame und damit Anziehungspunkt für die Besucher.

Auf Werbung wurde allerdings schon damals großen Wert gelegt. Auf der Versammlung der Fachgruppe I vom 15.03.1971 wurde vorgetragen, dass in 30 Kinos Werbung für das Ostervolksfest vor dem Hauptfilm läuft. Ein Werbewagen werde täglich 8 Stunden durch das weite Stadtgebiet fahren. 500 Plakate würden in Einzelhandelsgeschäften ausgehängt, außerdem an markanten Stellen von Köln Großraumplakate aufgestellt.

Die intensive Werbung und der optimale Standort trugen dazu bei, dass sich das Ostervolksfest in Köln recht schnell zu einer lukrativen Veranstaltung entwickelt hatte, die zahlreiche Schausteller von nah und fern anlockte.
Dazu heißt es in der Versammlung vom 28.11.1977:

“ (…) war es leider nicht zu umgehen, dass wir verschiedenen Kollegen eine Absage geben mussten. Zum Volksfest waren in diesem Jahre anwesend:

16 Stück größere Fahrgeschäfte, 1 Alpenblitz, eine Achterbahn,
1 Geisterbahn, 1 Panoptikum, 1 Sportschau, ein Schwarzwaldhaus,
26 Klein- und Großverlosungen, 8 Schiesswagen, ein Juxhaus,
6 Ausschankwagen und 7 Imbiss Geschäfte.“ (Vers. 28.11.1977)

Seit 1970 wurde die Eröffnung des Osterfestes unter den seelsorgerischer Begleitung des Schausteller-Pastors Pater Schönig gefeiert und durch ihn einem kirchlichen Segen. Am Ostersonntag zelebrierte Pater Schöning eine Hl. Messe im Festzelt.


1970 Anfänge des Weihnachtsmarkts in Köln

Auf einigen Versammlungen wurden die Gründung der Weihnachtsmarkt e.G., die Verhandlungen dazu mit der Stadt sowie die Vergabe diskutiert und können dort nachgelesen werden. Versammlung am 18.01.1971 sowie auf Versammlung der Fachgruppe I. Näheres folgt.


1980 Auflösung der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller 

Ende der 1970er Jahre wurde das Drängen der Stadt Köln immer stärker aus der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller eine juristische Person zu machen, die Rechte und Pflichten selbst trug. 
Zum Jahresende 1980 wurde die Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller aufgelöst und eine Genossenschaft unter dem Namen: Gemeinschaft Kölner Schausteller e.G., kurz GKS, gegründet.


Das Ende der großen Karnevals-Kirmes-Veranstaltungen unter der Führung der GKS

Durch den Bau des Maritim Hotels konnte 1977 das letzte Mal der komplette Sassenhof von den Schaustellern genutzt werden. Während des Baus der zentralen Stadt- und Hochschulbibliothek auf dem Josef-Haubrich-Hof wurde der zur Verfügung gestellte Platz vor der Bibliothek mit den Jahren immer kleiner. 1986 fiel auch die restliche Fläche an der Fleischmengergasse weg.
Danach standen nur noch der Roncalliplatz am Fuße des Doms sowie der Neumarkt an drei Tagen zur Verfügung.

1991 fiel wegen des Golfkrieges der Rosenmontagszug in Köln aus. Auch der Vertrag für die Durchführung der Karnevalskirmes auf der Domplatte wurde von der Stadt Köln zurückgezogen. In letzter Minute wurde der Neumarkt für die Karnevalstage freigegeben und die GKS baute dort eine kleine Kirmes ohne größere Fahrgeschäfte auf.

Nachdem 2003 keine Zulassung mehr für den Domplatte/Roncalliplatz von der Stadt erteilt wurde, endete ein Stück Kulturgeschichte der Stadt Köln. 


Stellungnahme der Verfasserin

Kritisch betrachtet lassen ein bisschen „kölsches Lokalkolorit“, gewürzt mit einer Portion Herzlichkeit  an manchen Stellen den Leser schmunzeln, aber die Sorgen, Existenzkämpfe, Diskriminierung oder fehlende Anerkennung einer ganzen ortsansässigen Berufsgruppe werden kaum übersehen werden können und sicherlich auf Unverständnis stoßen.

Während in jener Zeit in allen deutschen Großstädten die Volksfeste, die von den Stadtverwaltungen organisiert wurden, expandierten und das Ansehen und den Bekanntheitsgrad der jeweiligen Stadt förderten, kämpften die Kölner Schausteller jedes Jahr um ein Neues, um ihre Standplätze zu Karneval und zum Kölner Frühlingsvolksfest zu Osten zu erhalten und mussten eine Vielzahl von Voraussetzungen erfüllen, um in ihrer Heimatstadt einen Standplatz zu erhalten.
Dabei blickt Köln auf eine  fast 1000-jährige Geschichte des Jahrmarkts zu Ostern zurück, der zu jeder Zeit beim Volk beliebt war und zum Jahresfestprogramm dazu gehörte. 

Viele Ereignisse sind heute nicht mehr nachvollziehbar, aber nachzulesen in den Protokollen, die in lesbare Form übertragen wurden. Dazu kommen Informationen von Zeitzeugen und eigene Erlebnisse der Verfasserin.

An dieser Stelle sollte vielleicht erwähnt werden, dass keine Absicht vorliegt, irgendwelche Schausteller ins schlechte Licht zu setzen oder im Nachhinein zu kritisieren. Aber wichtig erschien der Verfasserin, dass die alten Geschichten aufgeschrieben und bewahrt werden. Dazu gehören auch die problematischen Ereignisse.
Sollte Ihnen beim Lesen fundierte Korrekturen zum Inhalt einfallen, bitte sofortige Nachricht über die Kommentar-Funktion, sie ist für Andere nicht sichtbar. © Margit Ramus

Protokolle Versammlungen 1967 – 1978

Bildgalerie originale Zeitungsartikel

In der folgenden Galerie sind die Original-Zeitungsartikel eingestellt. 

Hier geht es zur Fachgruppe I Kölner Schausteller

Autorin, Tochter von Josef Schoeneseifen als Zeitzeugin sowie Schriftführerin der Arbeitsgemeinschaft Kölner Schausteller 1968-1980

 

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